1929

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Jahr

1929

Text

Zhao Boyan, der Arthur Schnitzler in Wien besucht hat, übersetzt Liebelei und Reigen direkt aus dem Deutschen.
Im Vorwort von Reigen schreibt er : Da ich in Wien fast drei Jahre studiert habe, kenne ich einigermaßen die Sitten und Gebräuche der Wiener. Im Mai 1926 habe ich durch die Vermittlung von Prof. Castle, Professor für Theaterwissenschaft an der Wiener Universität, Schnitzler in seiner Wohnung in der Sternwartestraße 71 besucht, der damals schon 62 Jahre alt war. Er sagte mir, daß er seine medizinischen Kenntnisse noch nicht vergaß. Falls jemand in seiner Familie Unpäßlichkeiten wie Erkältungen hatte, pflegte er selbst dem Erkrankten den Pulsschlag zu messen und ein Rezept zu verschreiben. Er war sehr freundlich. Er sagte, unter seinen Besuchern aus dem Morgenland gab es Japaner, aber ich war der erste Chinese. Als er am 15. Mai seinen Geburtstag feierte, lud er mich zum Tee ein und erlaubte mir, seine Werke ins Chinesische zu übersetzen. Ich darf ihm hier meinen herzlichen Dank dafür aussprechen.
Er [Schnitzler] schreibt mit einer ernsthaften Haltung. Was die erotische Beschreibung betrifft, so zieht er die psychologische Beschreibung der realistischen Darstellung vor, im kritischen Moment benutzt er Zeichen der Auslassung, um durch Andeutungen der direkten Beschreibung ganz geschickt aus dem Weg zu gehen.

Erwähnte Personen (2)

Themengebiete (1)

  • Literatur › Westen › Österreich

Dokumente (1)

Jahr Bibliografische Daten Typ / Abkürzung Verknüpfte Daten
1999 Zhang, Yushu. Österreichische Literatur in China. In : Internet-Zeitschrift für Kulturwissenschaften ; Nr. 7 (1999).
inst.at.
Web / ZhaYu1