Maigrot, Charles

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(Paris 1652-1730 Rom) : Theologe, Apostolischer Vikar von Fujian, Société des missions étrangères de Paris

Namensalternative(n)

Yan Dang Jialuo od. Yan Dang Jiale

Themengebiete (3)

  • Geschichte › China - Europa › Frankreich
  • Namen-Index › Westen
  • Religion › Christentum

Chronologische Einträge (9)

Jahr Text Verknüpfte Daten
1684
Die ersten Apostolischen Vikare François Pallu und Charles Maigrot landen in Fujian und versuchen den Gehorsamseid durchzusetzen, was bei den Ordensgeistlichen auf Widerstand stösst. Charles Maigrot…
Die ersten Apostolischen Vikare François Pallu und Charles Maigrot landen in Fujian und versuchen den Gehorsamseid durchzusetzen, was bei den Ordensgeistlichen auf Widerstand stösst. Charles Maigrot und Bernardino della Chiesa sind nach dem Tod von François Pallu seine Nachfolger.
1684 Charles Maigrot wird Apostolischer Vikar von vier Provinzen.
1687 Charles Maigrot wird von Rom als Apostolischer Vikar von Fujian bestätigt.
1693
Mandat von Charles Maigrot, das sich gegen die Riten, d.h. gegen die Akkommodation der Jesuiten richtet und die bedeutendste Phase im Ritenstreit einleitet. In sieben Punkten verbietet er den…
Mandat von Charles Maigrot, das sich gegen die Riten, d.h. gegen die Akkommodation der Jesuiten richtet und die bedeutendste Phase im Ritenstreit einleitet. In sieben Punkten verbietet er den Missionaren und chinesischen Christen in Fujian, die traditionellen chinesischen Namen 'tian' (Himmel), 'Tianzhu' (Himmelsherr) und 'Shangdi' (Höchster Kaiser) als Bezeichnung für den christlichen Gott zu verwenden, und gestattet nur noch die Bezeichnung 'Tianzhu' (Himmelsherr). Er untersagt ihnen die Ausübung des Ahnen- und Konfuziuskultes. Er verbietet die Täfelchen mit der Aufschrift 'Jing tian' (den Himmel verehren) in und an den Kirchen.
Gottfried Wilhelm Leibniz erfährt diese Informationen von seinen Jesuitenkorrespondenten in Europa. In seiner kleinen Abhandlung De cultu Confucii civili [ID D16839] behandelt er alle wichtigen Punkte des Mandates. Seiner Meinung nach sind Ahnen- und Konfuziuskult eher säkularer und politischer, denn religiöser oder abergläubischer Bedeutung. Überdies sei die Bedeutung vieler Symbole ambivalent und müsste daher erst genau untersucht werden. Sicherlich sei auch in China der Aberglaube weit verbreitet. In Europa müsse man zunächst einmal die alten chinesischen Bücher richtig studieren, um eine Entscheidung fällen zu können. "[Joachim] Bouvet hat mir angezeigt, dass ihm ein Licht aufgegangen ist bei der Erklärung der ältesten chinesischen Zeichen des Buches Ye-kim [Yi jing] bezüglich der Norm der wahren Weisheit ; man darf das meiner Meinung nach nicht so geringschätzig abtun, wie ich es in der römischen Schrift gegen die Jesuiten gesehen habe". Als nächsten Punkt behandelt Leibniz 'King ien' [jing tian] im Zusammenhang mit der chinesischen Gottesbezeichnung. Kaiser Kangxi hatte seinem Freund und Lehrer Ferdinand Verbiest 1675 diese beiden Zeichen als 'Geschenk' übergeben. Sie wurden auf Tafeln an vielen christlichen Kirchen in China angebracht, die damit, wie buddhistische und taoistische Tempel auch, unter kaiserlichem Schutz standen.
1697 Charles Maigrot lässt sein Mandat von 1693 dem Hl. Offizium vorlegen.
1698
Joachim Bouvet beginnt mit seinen figuristischen Studien, um das Mandat von Charles Maigrot zu widerlegen. Er versucht zu beweisen, dass die Religionen Chinas und Europas im Ursprung identisch waren…
Joachim Bouvet beginnt mit seinen figuristischen Studien, um das Mandat von Charles Maigrot zu widerlegen. Er versucht zu beweisen, dass die Religionen Chinas und Europas im Ursprung identisch waren und dass die christliche Religion von den chinesischen Büchern lernen kann. Er benutzt für seinen Figurismus auch den Daoismus und den Song-Konfuzianismus. Da die Chinesen nur gelten liessen, was in ihren eigenen Schriften steht, will Bouvet durch Aufweis der Verwandtschaft ihrer alten Schriften mit den alten europäischen plausibilisieren, dass die chinesische Weisheit Hinweise auf christliche Wahrheiten, ja auf den Erlöser selbst enthält, um sie so zum Christentum zu bekehren.
1700 Charles Maigrot weiht Artus de Lionne zum Bischof.
1704 Cum Deus optimus, Dekret von Papst Clemens XI. welches das Mandat von Charles Maigrot von 1693 bestätigt. [Ritenstreit, Verbot der chinesischen Bräuche].
1706 Charles Maigrot, Hauptgewährsmann von Charles-Thomas Maillard de Tournon, wird von Kaiser Kangxi aus China ausgewiesen.

Bibliografie (3)

Jahr Bibliografische Daten Typ / Abkürzung Verknüpfte Daten
1685 Maigrot, Charles. Lettre de M. Maigrot Docteur de Sorbonne, A M. De Metellopolis Vicaire Apostolique De Siam, Sur le Voyage & l'Entrée de M. l'Evêque d'Heliopolis à la Chine. (Paris Angot, 1685). Publication / Maig1
1700
Maigrot, Charles. Historia cultus Sinensium, seu varia Scripta de cultibus Sinarum inter Vicarios Apostolicos Gallos aliosque Missionarios et Patres Soc. Jesu controversis (auctor. Car. Maigrot et…
Maigrot, Charles. Historia cultus Sinensium, seu varia Scripta de cultibus Sinarum inter Vicarios Apostolicos Gallos aliosque Missionarios et Patres Soc. Jesu controversis (auctor. Car. Maigrot et Nic. Charmot) ; adjuncta appendice et continuatione ejusdem historiae.von Charles Maigrot, évêque de Conon. (Coloniae : [s.n.], 1700).
Publication / Maig2
1704 Maigrot, Charles. Acta causae rituum seu ceremoniarum Sinensium. (Romae : [s.n.], 1704). [Ritenstreit].
archive.org.
Publication / MaiC1