Jahr
1756.2
Text
Voltaire. Essai sur lâhistoire gĂ©nĂ©rale et sur les moeurs et lâesprit des nations, depuis Charlemagne jusquâĂ nos jours [ID D19777].SekundĂ€rliteratur.1932Walter Engemann : Die Veranlassung zur Niederschrift von Voltaires Essai ist von Emilie du ChĂątelet ausgegangen und wurde 1734-1749 wĂ€hrend seines Aufenthaltes im Schloss Cirey-sur-Blaise niedergeschrieben.Voltaires Urteile ĂŒber die chinesische Kultur widersprechen sich teilweise. Einerseits lobt er die Chinesen wegen der BestĂ€ndigkeit in ihren Sitten und GebrĂ€uchen, andererseits sieht er es als einen Mangel an, dass die chinesische Kultur keinen Fortschritt kennt, weil sie in der langen Zeit der Existenz ihres Reiches auf dem gleichen Stadium stehen geblieben ist. Die Stagnation und die damit verbundene MittelmĂ€ssigkeit der chinesischen Kultur erklĂ€rt er aus der grossen Ehrfurcht vor alten Lehren und Einrichtungen, die der Chinese fĂŒr vollkommen hĂ€lt, und aus der Natur ihrer Sprache, die schwer und unbequem ist. Das gleiche gilt erst recht fĂŒr die Schrift. Hierzu tritt die zweimalige Fremdherrschaft, die auf die Fortentwicklung der chinesischen Kultur hemmend gewirkt hat, denn aller Krieg, Umsturz und BedrĂŒckung machen einen Aufstieg unmöglich. Das sind fĂŒr Voltaire die entscheidenden GrĂŒnde, die dazu gefĂŒhrt haben, dass Kunst und Wissenschaft in China sich nicht weiterentwickelt haben.Der Zusammenbruch der christlichen Mission in China beschĂ€ftigte damals das gesamte geistige Europa. FĂŒr Voltaire ist er ein Beweis dafĂŒr, dass die christliche Kirche untauglich ist, Mittlerin zwischen den Kulturen der Völker zu sein. Versuchten dennoch einzelne, wie die Jesuiten, diese Rolle zu spielen, so wĂŒrden die Bestrebungen aus dogmatischer Engherzigkeit bald unterbunden. Voltaire gesteht allen Völkern, die eine Ă€ltere Kultur und einen alten toleranten Glauben haben, das Recht zu, sich vor fremden Eindringlingen zu schĂŒtzen. So hĂ€lt er es fĂŒr richtig, die Chinesen trotz dem Kampf gegen das Christentum und seine Missionare,âŠ
Voltaire. Essai sur lâhistoire gĂ©nĂ©rale et sur les moeurs et lâesprit des nations, depuis Charlemagne jusquâĂ nos jours [ID D19777].
SekundÀrliteratur.
1932
Walter Engemann : Die Veranlassung zur Niederschrift von Voltaires Essai ist von Emilie du Chùtelet ausgegangen und wurde 1734-1749 wÀhrend seines Aufenthaltes im Schloss Cirey-sur-Blaise niedergeschrieben.
Voltaires Urteile ĂŒber die chinesische Kultur widersprechen sich teilweise. Einerseits lobt er die Chinesen wegen der BestĂ€ndigkeit in ihren Sitten und GebrĂ€uchen, andererseits sieht er es als einen Mangel an, dass die chinesische Kultur keinen Fortschritt kennt, weil sie in der langen Zeit der Existenz ihres Reiches auf dem gleichen Stadium stehen geblieben ist. Die Stagnation und die damit verbundene MittelmĂ€ssigkeit der chinesischen Kultur erklĂ€rt er aus der grossen Ehrfurcht vor alten Lehren und Einrichtungen, die der Chinese fĂŒr vollkommen hĂ€lt, und aus der Natur ihrer Sprache, die schwer und unbequem ist. Das gleiche gilt erst recht fĂŒr die Schrift. Hierzu tritt die zweimalige Fremdherrschaft, die auf die Fortentwicklung der chinesischen Kultur hemmend gewirkt hat, denn aller Krieg, Umsturz und BedrĂŒckung machen einen Aufstieg unmöglich. Das sind fĂŒr Voltaire die entscheidenden GrĂŒnde, die dazu gefĂŒhrt haben, dass Kunst und Wissenschaft in China sich nicht weiterentwickelt haben.
Der Zusammenbruch der christlichen Mission in China beschĂ€ftigte damals das gesamte geistige Europa. FĂŒr Voltaire ist er ein Beweis dafĂŒr, dass die christliche Kirche untauglich ist, Mittlerin zwischen den Kulturen der Völker zu sein. Versuchten dennoch einzelne, wie die Jesuiten, diese Rolle zu spielen, so wĂŒrden die Bestrebungen aus dogmatischer Engherzigkeit bald unterbunden. Voltaire gesteht allen Völkern, die eine Ă€ltere Kultur und einen alten toleranten Glauben haben, das Recht zu, sich vor fremden Eindringlingen zu schĂŒtzen. So hĂ€lt er es fĂŒr richtig, die Chinesen trotz dem Kampf gegen das Christentum und seine Missionare, aufrichtig zu bewundern.
Die Kenntnisse Voltaires ĂŒber die materielle Kultur der Chinesen sind auf Einzelheiten beschrĂ€nkt. Was er darĂŒber weiss, ist unvollkommen, teilweise sogar falsch. Seinem Sinn fĂŒr GeldgeschĂ€fte entspricht sein Interesse fĂŒr die GeldverhĂ€ltnisse Chinas. Auch die Mitteilungen Voltaires ĂŒber die wirtschaftlichen VerhĂ€ltnisse Chinas beschrĂ€nken sich auf Einzelheiten, weil ihm die Quellen darĂŒber nur wenig Auskunft geben. Da er grosses Interesse an der Landwirtschaft hat, beschĂ€ftigt er sich eingehend mit dem chinesischen Ackerbau. In einem Brief von Jean-Denis Attiret wird in glĂ€nzenden Farben der kaiserliche Palast mit seinen Anlagen beschrieben. Voltaire benutzt diese Schilderung, um sich gegen die Geschmacklosigkeit des europĂ€ischen Prunkes zu wenden. Die Staatsauffassung Voltaires entspringt dem Ehrgeiz, als BĂŒrger die gleiche Stellung wie der Adel einzunehmen. Er ist der Typus des 'bourgeois', der ĂŒber das eigene Milieu hinausstrebt. Er huldigt dem bĂŒrgerlichen Staatsideal des aufgeklĂ€rten Absolutismus, wenn er auch seine eigenen Gedanken ĂŒber das Wesen und die Gestalt eines Idealstaates besitzt. Er sieht sein Staatsideal im chinesischen Staat verwirklicht. Deshalb kann er auch kein objektives Bild des chinesischen Staatswesens geben, weil er es nur vom Standpunkt seiner subjektiven Staatsauffassung aus betrachtet. Den grossen Vorzug des chinesischen Staates sieht er darin, dass es in China keinen Gegensatz zwischen dem Kaiser, der Regierung und den bevorzugten Schichten der Bevölkerung und der grossen Masse gibt, da zwischen ihnen ein patriarchalisches VerhĂ€ltnis besteht. Darin wurzelt nach Voltaire die BestĂ€ndigkeit der chinesischen Kultur. Das patriarchalische VerhĂ€ltnis ist fĂŒr ihn auch eine der Ursachen dafĂŒr, dass der chinesische Staat nicht nur einer der Ă€ltesten, sondern auch der erfolgreichsten und blĂŒhendsten der Welt ist, ebenso wie der natĂŒrliche Reichtum des Landes, der Fleiss seiner Bewohner, die weise Gesetzgebung und der Schutz des Eigentums die GrĂŒnde fĂŒr die allgemeine Wohlhabenheit des Volkes, die grosse Bevölkerungsdichte des Reiches und das hohe Alter der chinesischen Kultur sind. Voltaire begrĂŒndet den idealen Zustand des Staates damit, dass die Staatsauffassung der Chinesen auf der Sittenlehre und der Achtung vor den Gesetzen beruhe ; denn die Chinesen ehren die Gesetze und das Alter wie die Kinder die Eltern. So erscheint ihm das ganze Kaiserreich wie eine grosse Familie, in welcher der Kaiser fĂŒr das Wohl des Volkes wie ein Vater zu sorgen hat. Im chinesischen Kaiser sieht er nicht nur den Herrscher, sondern auch den höchsten Priester und Philosophen, der allein dem 'tian', dem Herrscher ĂŒber Himmel und Erde, opfert.
Voltaire nimmt Stellung gegen die Berichte der Reisenden und gegen Montesquieu, welche die Ansicht vertreten, dass das chinesische Kaisertum despotisch sei. Man ist nach seiner Meinung durch die Form des Hofzeremoniells getĂ€uscht worden. Doch China sei ĂŒberhaupt das Land der Zeremonien und Höflichkeiten. Als Beweis fĂŒr das Gegenteil einer absolutistischen Regierungsweise dient der Hinweis darauf, dass seit den Ă€ltesten Zeiten am kaiserlichen Palast eine Tafel angebracht ist, auf der jeder BĂŒrger seine Beschwerden ĂŒber die Regierung aufschreiben darf. Auch steht dem Kaiser ein Ratskollegium zur Seite, und er sieht sich, wie jeder andere StaatsbĂŒrger, an den Entscheid der Gerichte gebunden. Andererseits hat China nach Voltaires Ăberzeugung im Gegensatz zu allen anderen LĂ€ndern auch niemals eine Theokratie gehabt, denn seine alten JahrbĂŒcher wissen nichts darĂŒber zu berichten. Ebenso hat China weder ReligionskĂ€mpfe noch einen Streit zwischen Kaiser und Kirche gekannt. Voltaire hĂ€lt den chinesischen Staat sogar fĂŒr demokratisch, da es in ihm niemals einen Adel gegeben hat. Er hĂ€lt die chinesische Verfassung fĂŒr die Ă€lteste und beste der Welt. Sie besteht nicht nur seit 4000 Jahren, sondern sie fordert auch, dass eine kleine Zahl Auserlesener die grosse Masse der Bevölkerung ernĂ€hrt und regiert. Denn sie macht es den Weisen zur Pflicht, das Volk zu beschĂ€ftigen und fĂŒr sein Dasein zu sorgen. Volaire rĂŒhmt die chinesische Gesetzgebung : so darf der Sohn seinen Vater nicht verklagen. Oder es darf auch am geringsten Untertanen kein Todesurteil vollstreckt werden, ohne dass man die Prozessakten an den Staatsrat in Peking schickt, der dem Kaiser Vortrag zu erstatten hat. Vor allem bestraft der chinesische Staat nicht nur, sondern er kennt auch Belohnungen in Form von Ehrenzeichen und Rangerhöhungen.
Voltaire rechnet die Chinesen nicht unter die Völker, die Blutschande treiben, und er weist die Behauptung Montesquieus, dass in der Tatarei die Söhne nicht die Mutter, wohl aber die VĂ€ter die Töchter heiranten dĂŒrfen, zurĂŒck. Ebenso lĂ€sst er den Vorwurf der Menschenfresserei nicht gelten.
Von den naturwissenschaftlich-mathematischen Kenntnissen der Chinesen bewundert Voltaire vor allem ihre astronomischen Berechnungen, die auf einer genauen Beobachtung der Sterne beruhen. Er nimmt an, dass die Chinesen schon sei 4000 Jahren Astronomie treiben. Weiterhin berichtet er ĂŒber das chinesische Heilwesen. Er hĂ€lt die chinesischen Ărzte fĂŒr sehr unwissend und behauptet trotzdem, dass sie in der praktischen AusĂŒbung ihres Berufes nicht ungeschickt sind. Dabei erwĂ€hnt er, dass man auch in China versuche seit alter Zeit einen Unsterblichkeitstrank zu brauen. In der Sprache sucht Voltaire ein Kriterium fĂŒr die Kulturhöhe, die ein Volk erreicht hat. FĂŒr ihn ist nur die chinesische Sprache auf einer primitiven Entwicklungsstufe stehen geblieben. Und in dieser Tatsache erblickt er eine Ursache fĂŒr die Stagnation der chinesischen Kultur. Er selbst hat weder die chinesische noch arabische Sprache beherrscht, sondern nur das chinesische Vokabular in der Description von Du Halde. Gleichwohl hĂ€lt er die chinesische Sprache fĂŒr autochthon. Die chinesische Literatur zeichne sich durch ihre Einfachheit aus und die kĂŒnstlerische Begabung der Chinesen soll in ihrer Entwicklung stehen geblieben sein. Doch sein tiefster Eindruck ist das Alter der Literatur. Der Roman und die Fabeln enthalten dieselben Motive wie in der europĂ€ischen Literatur, sie zeigen stets eine realistische Form und eine moralische Tendenz. Die Chinesen lieben auch das Theater, aber die Kunst des Dramas liege ihnen nicht.
Voltaire kennt die Ă€lteste Quelle der chinesischen Geschichte, die chinesischen BambusbĂŒcher, aus denen er seine Kenntnisse der '5 kings' hat.
Die Sittenlehre, die Voltaire als die erste der Wissenschaften nennt, haben die Chinesen vervollkommnet. Die Frage, warum die Chinesen in den ĂŒbrigen Wissenschaften versagten, in der Ethik aber und in ihrer praktischen Anwendung, der Gesetzgebung, Hervorragendes leisteten, beanwortet er damit, dass die Natur diesen Menschen einen âweisen Sinnâ gegeben, die Kraft des Verstandes aber versagt hat.
Das Wort 'Deismus' taucht erst in der AufklĂ€rungszeit auf. Voltaire gebraucht das Wort 'Theismus', das an sich eine monotheistische Religionsanschauung bezeichnet. Diese lehrt noch einen persönlichen Gott, der die Welt nicht nur erschaffen hat, sondern der auch noch fortdauernd auf sie einwirkt. Auch die natĂŒrliche Religion Chinas bezeichnet er mit dem Wort 'Theisimus' und nennt die chinesischen Gelehrten 'Theisten'. Dem 'Deismus' Voltaires liegt die Ansicht zugrunde, dass die ganze Welt nur einen Gott anbetet, dass die Art der Anbetung aber verschieden ist. Er ist davon ĂŒberzeugt, dass in China von alters her die deistische Religion vorherrscht, wenn auch nur in den fĂŒhrenden und gebildeten StĂ€nden. Die Moralgesetze der deistischen Religion aber sollen nach ihm die Grundlagen der Staatsmoral bilden, nicht aber die Kirche mit ihrem Aberglauben und ihren persönlichen Interessen. So konstruiert er eine Kirchen freie Religion fĂŒr die oberen Schichten der chinesischen Bevölkerung und schildert, dass sie sich mit der Morallehre eines Epiktet, Marc Aurel oder Plato vergleichen lĂ€sst. WĂ€hrend der Kaiser und die Gelehrten die TrĂ€ger der chinesischen Religion sind, besitzt das niedere Volk eine andere Religion. Auch gegen der Vorwurf des Atheismus glaubt Voltaire den Deismus der chinesischen Gelehrten schĂŒtzen zu mĂŒssen. Wenn man behauptet, dass die Gelehrtenreligion keinen bestimmten Gottesbegriff habe, so antwortet er, dass es nicht so sehr auf die Fassung des Gottesbegriffes, als vielmehr auf sein Vorhandensein ankomme und dass die Chinesen diesen besitzen, da sie seit den Ă€ltesten Zeiten an einen einzigen Gott glauben. Allein die Kenntnis der modernen Geschichte genĂŒgt Voltaire, den Ritenstreit zugunsten der Chinesen auszulegen. Bedingungslos fĂŒr das Wesen einer Religion ist nach Voltaire das Vorhandensein einer Vorstellung vom Leben nach dem Tode. Er bestreitet nicht, dass in China viele Gebildete dem Materialismus verfallen sind, wesentlich ist fĂŒr ihn, dass ihre Sittlichkeit nicht darunter gelitten hat und dass sie ein höchstes Wesen verehren, an dessen Dasein sie nicht zweifeln. Er weist auch den Vorwurf zurĂŒck, dass die chinesische Religion das Menschenopfer kennt, wĂ€hrend er das Ernteopfer zugibt.
China sei nur deshalb von dogmatischen Streitigkeiten und ReligionskÀmpfen verschont geblieben, weil hier der Aberglaube keinen Boden gefunden habe. So sieht Voltaire den Wert der chinesischen Religion darin, dass sie frei von Fanatismus, Aberglauben und von kosmogonischen Spekulationen ist. Zwar leugnet er nicht, dass die Chinesen aberglÀubische Vorstellungen besitzen : so deuten sie aus den Sternen die Zukunft und die Schlange sehen sie als ein Sinnbild des Lebens.
Voltaire hĂ€lt die BeschĂ€ftigung, was nach dem Tode geschieht fĂŒr unproduktiv. Viel wichtiger sei es, im Leben die Tugend zu ĂŒben und an der Vervollkommnung der Seele im Diesseits zu arbeiten. Wer das tue, brauche den Tod nicht zu fĂŒrchten. Die chinesische Religion, die keinen Jenseitsglauben enthalte, lehre lediglich die Tugend um der Tugend willen zu ĂŒben. Er weiss aber, dass das chinesische Volk an ein Leben nach dem Tode glaubt, wie es die Ahnenverehrung beweise. Auch bezweifelt er nicht, dass die Idee der Seelenwanderung noch in grossen Teilen Indiens und Chinas herrsche, jedoch sei sie keine Religionsvorstellung, sondern erst durch die Lehre des Fo nach China gebracht worden.
Voltaire begeistert sich fĂŒr Confucius, da er der Sittenlehrer der Chinesen gewesen ist. Er hat weder eine Religion noch eine Kirche gegrĂŒndet, sondern eine Staatsmoral gelehrt, die nicht von kirchlichen Dogmen beeinflusst ist. Auch richtet Voltaire seinen Hass gegen die Kirche, will allgemeine Sittengesetze aufstellen und sieht in Confucius sein Vorbild. Im chinesischen Staat sieht er den vorbildlichen absoluten Staat verwirklicht, den, gestĂŒtzt auf die Ethik von Confucius, kein kirchliches Dogma und kein Bonzentum beherrschen. Die einfache und schlichte Lehre des Confucius, die dem Staatsgedanken der AufklĂ€rung entspricht, ist eine Lehre der Vernunft. Ihre Moral fordert, die Tugend zu ĂŒben und gerecht zu sein, um eine glĂŒckliche Menschheit zu schaffen.
1963
Basil Guy : Until the Essai Voltaire was not truly curious about China for its own sake, with the result that most of his attempts to work with Chinese material ended, for better or for worse, in 'chinoiseries'. These 'chinoiseries' represent only the knowing use of a theme which could not help but arouse a certain interest on Voltaire's part, but it was the very example of China which would help him to abandon this false track and set out upon a task which would be most important for himself and for his age. He openly attacked the "Discours sur lâhistoire universelle Ă Monseigneur le dauphin : pour expliquer la suite de la religion & les changemens des empires" de Jacques BĂ©nigne Bossuet, pretending to present merely his own views on history and the result of his own research. Meanwhile, he prepared Ă Discours sur l'historie universelle, un AbrĂ©gĂ© and even an Histoire gĂ©nĂ©rale which would all contribute to and be included in the complete edition of the Essai. Voltaire is never completely detached from his work and never did consider it completed, while his mind remained ever alert to many of the problems he had encountered in writing it. The nature of those problems, so closely linked together, pushed Voltaire to greater daring and perhaps to greater truths than he had known or suspected until then. But since he pretended to be all-inclusive and to shed some light on every part of the world as it was known in his day, it is natural that his curiosity touch on many disparate topics. Instead of the savant we might have expected to discover in him, we find a proselyte who thinks only of destroying those doctrines he detests. Sometimes his attacks were suggested by material that was incidental to any given passage.
China and her philosophers were no exeption to this procedure. They serve him only as an excuse for taunting the atheists, since more than sacred texts, more than the Holy Land or other exotic countries, Voltaire wanted to know that China whose antiquity enchanted him because it brought into question certain theological calculations which founded world history on the authority of the Bible. At the same time his knowledge would give Europeans, so proud of their civilization, a precious lesson in humility. Voltaire puts China in the vanguard of universal civilization. He assigns the most flattering rĂŽle in his history to this empire of the Far East by having it begin and end with China because that country represented to him the most ancient nation, the best ordered and the home of true wisdom. Voltaire did not risk much in denying the universality of the Flood 'Ă propos' of China. He was able to profit by the evolution of ideas. The discovery of Chinese antiquity contributed to the formation of the philosophic spirit but was also favoured by such a development. For as much as it profited by this progress, the idea of Chinese antiquity likewise profited by the weakening of people's faith in the value of the Bible as an historic document. The antiquity of Chinese chronology posed another, still greater, problem regarding the location of the cradle of humanity. Toward 1740 the argument in favour of Chinese antiquity had often been invoked, but no serious study of China was yet generally available in Europe. Part of Voltaire's great originality in dealing with the problem was that he took facts and dates proving Chinese antiquity from the Jesuits, and from the libertines analyses which made that antiquity much greater than did their common source. When he treats of the size and greatness of the country, he is led to conclude that since China is a large as formerly, its laws, its customs, its languages, and even the way in which its inhabitants dress cannot have undergone much change. For this reason, Voltaire states that he will limit himself to depicting the most important, the most 'creative' epochs of Chinese history. At this point, he at last begins to treat of Chinese history as such, and dwells briefly on the reign of Fuxi, who is suppoed to have lived some three thousand years before Christ and assumed the government of the fifteen kingdoms. In passing, Voltaire then mentions other monarchs, the burning of books, and the development of judicial procedure under the First Emperor being especially noteworthy for him. Althought he mentions the Roman embassy of 165 A.D. and the voyage of two Mohammedans. He then spends a little more time and effort in analyzing, in its proper place, the material he would use for the Orphelin, the advent of the Mongol dynasty under Cenghis Khan. Voltaire hoped to underline the fact that his history was an objective as possible, considered only humanity, and not the movements of God's 'mysterious ways'. For his errors, whether of fact or interpretation, are those of his guides, or even, those of his contemporaries.
Voltaire extended the field of his investigation and found at the other end of the world where it was impossible to separate truth from fiction, desire from reality, an idol almost without fault, the Qianlong emperor. His judgment on the Chinese monarch had been influenced by that sententious element in imperial bureaucracy which found expression in the long resounding phrases of edicts voicing an irreprochable morality. Yet in the Chinese political system, what seems to have made profound impression on Voltaire, was the rĂŽle of the tribunals. The Jesuits had nothing but the highest praise for most of these courts, the Six Councils of Beijing, forming the central body of the imperial government, to the viceroys and petty functionaries in the provinces. These councils consisted for the most part in confucian mandarins. Voltaire favoured an absolute monarchy where the judgments of the sovereign might be guided and controlled by incorruptible advisers. Nothing in all his writings approaches this ideal like his interpretation of the reciprocal action of the Chinese emperors and the Chinese courts.
In the beginning, since his sources claimed that the absolute government of China was founded on Confucian ethics, Voltaire repeated that judgment, believed it, and sat down to study this country where no religious dogma, no government by a priestly association, were sanctioned by the political authorities. Confucius had founded neither a new religion nor a new Church. He had mereley taught a traditional morality which had but fallen into disuse and in which there was no trace of dogmatism. His morality proclaimed that virtue is supreme and just, necessary to the peace and happiness of men. According to Voltaire, Confucius hat already interpreted this morality in such a way that it could easily be applied to reality ; to his strong personality and innate wisdom, the Chinese owe their political perfection. For Voltaire, Confucius represented the perfect 'philosophe', he who had found a solution to the problems of revealed religion, who in a word was the ideal deist. The lack of dogma in the formalities of the Confucian cult was for Voltaire a quality, or, a virtue ; for among other things, the religion which lacks a rigid form allows the free development of toleration. And it was in toleration as taught and practieced by Confucius that Volaire thought he had noted the essential characteristic of the Chinese people. Despite the fact that Confucianism had been praised for its moral values and not for its religious teachings, Voltaire persisted in repeating that since the beginning of their history the Chinese had possessed 'le culte simple du maĂźtre du Ciel'. He believed that he had found in the Middle Kingdom the flower of a tolerant religion, without dogma and without priests, a pure deism.
If Voltaire turned the Jesuits' misfortunes to his own advantage in attacking their cause, he did not hesitate to suppress their ideas when convenient. In general the missionaries had nothing but scorn for Buddhism, and Voltaire employs both their information and their arguments in his castigation of the sect. Confucianism ruled in China and that it was a reasonable, natural religions. The two other sects, Buddhism and Taoism, represented in his eyes a revealed religion whose basis is superstition, the tyranny of priests and ignorance. Hence it is obvious that when Voltaire speaks of Buddhism at this time, he means Christianity, with which Buddhism does have certain superficial resemblances. And when Voltaire reveals the ignorance, the rapacity, and the tyranny of the priests of Fo or the bonzes, he merely resorts to those problems which had frequently served beford his time had made famous : indirect attack, by analgy, and against Christianity.
At about 1740 Voltaire found himself faced by the problem of two religious currents which were not complementary, which were in effect contradictory : Chinese deism and Chinese atheism. Voltaire continues by discussing theocracy, the worst form of tyranny he can imagine. Thus, if the Chinese have never known a theocratic government, they are nonetheless not atheists. If the Chinese were atheists, they furnished the most striking proof of the existence and of the excellence of a moral code divested of any relationship with political or social morality, or even with religion.
Voltaire took the side of the Jesuits against the Law of the Church and painted the Chinese in glowing terms. His lively imagination pictured them as an almost perfect people, superior to those in whose midst he dwelled and where wit, intelligence, and learning counted for little. The distant people, Voltaire firmly believed, hat no priests like those who wore down his fighting spirit, none of those gross superstitions which inspired such rites as were practiced in his time. Respect for the aged and worship of a philosophic deity were their religion. They were possessed in consequence of a pternalistic government which for centuries had been in the hands of wise princes. Reason alone guided these men, and they had no need to base their morality on those mysterious dogmas which reason cannot explain. It was thus that Voltaire fell into error for attempting to fight alongside those Jesuits against whom he directed so many bitter and virulent attacks for the sake of China and her example.
1972
A. Owen Aldridge : Voltaire's knowledge on China was indirect, incomplete and superficial. It is no coincidence that he should be both a vociferous defender of Chinese culture and a caustic critic of primitivism. Voltaire admired the antiquity, the politeness, the intricate social organization of China, all qualities inimical to primitivism. He argued that the compiling of records attesting the existence of a vast empire is in itself proof that the organization of China into a political body must have taken place centuries before. Chinese antiquity was important for Voltaire, however, not so much for its effectiveness as an argument against primitivsm as for its even greater effectiveness as a symbol to be opposed to Hebrew tradition. The portrayal of Chinese civilization as flourishing in a highly advanced stage when the Hebrew as in its infancy served to disparage the latter. The argument of Chinese antiquity even more specifically damaged the Christian tradition by disputing Old Testament chronology and thereby bringing into question biblical authority as such. The Christian scriptures declare that the world was created in 4000 B.C. and that the great Flood covered the earth in 2300 B.C. ; yet reliable Chinese chronicles existing for 4000 years, implied an anterior existence of Chinese civilization for several more centuries : these chronicles make abolutely no reference to a universal inundation such as that described in Genesis. In pointing to the textual weaknesses of biblical chronology, Voltaire touched on another famous controversy in the history of ideas, one completely independent of the role of China in world culture, but nevertheless related to it. This controversy concerned the Age of the World â an attempt to discover how far in the past the earth as presently constituted came into being, what were the changes it had gone through, and whether the chronology and descriptions of the Bible are in accord with reality.
The role of China in the Voltairean philosophy was primarily to bolster his private system of deism, to further his attack on religious superstition and clerical domination, and to advance his plea for toleration. His Essai is justly celebrated as a pioneer work of anthropology, it can hardly be argued that his treatment of China represented a serious scholarly effort to understand oriental culture.
1989
Song Shun-ching : Dans son avant-propos Voltaire critique vĂ©hĂ©mment la mĂ©thode de Jacques BĂ©nigne Bossuet qui a donnĂ© une place privilĂ©giĂ©e aux juifs dans son Discours sur lâhistoire universelle (1681) et il met en avant la nĂ©cessitĂ© de faire figurer la Chine dans une histoire universelle : "Il eĂ»t Ă©tĂ© Ă souhaiter qu'il [Bossuet] n'eĂ»t pas oubliĂ© entiĂšrement les anciens peuples d'Orient, comme les Indiens et les Chinois, qui ont Ă©tĂ© si considĂ©rables avant que les autres nations fussent formĂ©es."
En montrant l'extrĂȘme anciennetĂ© de la Chine aux EuropĂ©ens, les missionnaires ont pu amener le public europĂ©en Ă prendre conscience non seulement des difficultĂ©s, mais aussi de leur joie et de leur mĂ©rite Ă parvenir Ă christianiser un pays si 'anciennement policĂ©'. Ces Ă©crits apologĂ©tiques sont devenus, par la suite, de prĂ©cieux documents historiques pour Voltaire qui s'en sert comme base dans son Ă©laboration de l'histoire de la Chine. Quelle belle dĂ©fense que de s'appuyer sur des sources irrĂ©futables, les publications des ordres religieux, pour rĂ©futer les apologistes qui remettent l'antiquitĂ© chinoise en question afin de protĂ©ger l'autoritĂ© des Ecritures saintes. Depuis la publication Sinicae historiae decas prima de Martino Martini [ID D1703] et malgrĂ© de nombreuses plĂ©miques, Fuxi semble ĂȘtre toujours considĂ©rĂ© par les EuropĂ©ens comme le premier monarque chinois. Lâessentiel pour Voltaire est 'la prodigieuse antiquitĂ©' de la Chine. Pour lui, rien ne peut diminuer la vlauer, l'authenticitĂ© de cette anciennetĂ©, mĂȘme les histoires mythiques qu'il a toujours condamnĂ©es comme superstitieuses ; une fois transformĂ©es par lui, elles sont devenues de solides arguments en faveur de l'antiquitĂ© chinoise. Il n'a pas oubliĂ© ce qui est encore plus important que lâanciennetĂ©, c'est lâexactitude de l'histoire. La valeur de lâhistoire ne tient pas uniquement au fait qu'elle est ancienne, il faut qu'elle soit avant tout vraie, exigence fondamental pour Voltaire historien. Comme tous les pays, la Chine possĂšde aussi une quantitĂ© d'ouvrages qui racontent son antiquitĂ© Ă travers des lĂ©gendes et des histoires mythiques, mais Voltaire nâa pas pu les connaĂźtre faute de traduction. En ce qui concerne la chronologie chinoise, Voltaire affirme qu'il n'en existe qu'une version, mais dans l'histoire chinoise la datation prĂ©cise, unanimement reconnue par tous les historiens, ne commence qu'Ă partir de 841 av. C., car avant cette date, l'histoire chinoise possĂšde des chronologies diffĂ©rentes qui varient selon les ouvrages historiques.
Au lieu de raconter l'Ă©volution de toute l'histoire chinoise, Voltaire sĂ©lectionne les Ă©vĂ©nements en se basant sur quelques-uns des empereurs les plus reprĂ©sentatifs, puis il nous apporte une histoire romanesque des coups d'Ă©tat et des anecdotes de la cour impĂ©riale. Il est impressionnĂ© par le conquĂ©rant tartare Gengis Kahn et rĂ©dige un chapitre entier Ă la gloire de ce personnage et de la dynastie mongole. Il y a de graves erreurs de ces personnages : Gengis Khan, avant sa mort, dĂ©signe son troisiĂšme fils Octai comme son successeur. A la mort d'Octai, son fils Guiyou (GĂŒyĂŒk) succĂšde au thrĂŽne et devient le grand Khan. L'autre erreur concerne les compagnons de Marco Polo. Il est accompagnĂ© par son pĂšre et son oncle et pas par son frĂšre et c'Ă©tait en 1275 et pas en 1260.
Voltaire semble ignorer les importants problĂšmes politiques posĂ©s Ă l'intĂ©rieur de la cour mongole, puisqu'il dĂ©crit le gouvernement mongol sinisĂ© rĂ©gnant plaisiblement en Chine. Il a trop idĂ©alisĂ© la situation sous la dynastie Yuan, non seulement en ce qui concerne la cour mongole, mais surtout la relation entre les Chinois et leurs envahisseurs. MĂȘme si Voltaire ignore le contenu des annales chinoises de cette Ă©poque, il doit au moins connaĂźtre l'Ă©pisode de la sĂ©dition organisĂ©e par le complot sino-khitan et citĂ©e par Marco Polo dans son rĂ©cit de voyage en Chine. Volaire, au courant de la chute de la dynastie Yuan des Mongols, conclut que la dĂ©faite du pouvoir mongol en Chine est due Ă des raison d'ordre religieux.
Voltaire décrit longuement la transition du pouvoir politique des Chinois aux Mandchous, une histoire symbolique qui illustre une fois encore la lutte entre la force des armes et celle des lettres. Le coup d'état présenté par Voltaire comprend deux éléments essentiels : l'un est l'assujettissement de l'empire chinois aux Mandschous, l'autre est la rebellion des Chinois, événement à l'origine de la tragédie qui eu lieu à la cour chinoise.
Pendant que l'empire chinois est troublĂ© par les guerres, les JĂŒrchen devient de plus en plus puissant. Voltaire dĂ©crit l'origine de ce peuple, mais il le confond avec le peuple mongol, et ainsi voit un retour du pouvoir aux mains des Tartares, il croit que ce qui s'est passĂ© sous la dynastie Song s'est rĂ©pĂ©tĂ© sous la dynastie Ming.
Tout les passages dĂ©lectionnĂ©s par Voltaire concernant lâhistoire de la Chine, nous constatons combien ses choix sont orientĂ©s. Les Tartares qui ont vaincu par deux fois l'empire chinois avec leur armes sont vaincus par la civilisation chinoise. Cette histoire romanesque des changements du pouvoir politique comporte avant tout une leçon philosophique destinĂ©e Ă illustrer l'optimisme voltairien qui croit au progrĂšs de l'humanitĂ© et d'une civilisation rationnelle. L'anciennetĂ© et l'exactitude de l'histoire chinoise solignĂ©es par Voltaire ont Ă©tĂ© choisies dans un but philosophique, telle est la vĂ©ritable intention de Voltaire historien.
Voltaire met l'accent sur la sociĂ©tĂ© et le peuple, et tout en dĂ©gageant le rĂŽle traditionnellement dominant de la religion dans les ouvrages historiques, il met lâhomme au premier plan. La prĂ©sence de Dieu est constante, mais c'est l'humanitĂ© qui est responsable de son destin et de sa propre histoire. La Chine occupe une place importante pour deux raisons : Voltaire veut dĂ©montrer la corrĂ©lation entre l'esprit, les moeurs du peuple et un 'pays policĂ©' et la discussion autour de l'origine du peuple chinois lâintĂ©resse beaucoup. Il nous dĂ©crit quelques caractĂ©ristiques de la sociĂ©tĂ© chinoise : un grand empire qui possĂšde de grandes villes, un pays prospĂšre qui bĂ©nĂ©ficie de la clĂ©mence de la nature qui l'a dotĂ© d'un clima favorable et de terre fertiles, et par-dessus tout, Voltaire s'attache Ă accentuer la grandeur du pay. En comparant l'Orient Ă l'Occident, il montre leurs diffĂ©rences et leurs ressemblances. Il est attachĂ© au thĂšme de la sociĂ©tĂ©, la nourriture, les vĂȘtements, les maisons, les arts, les usages ; tout est 'digne de l'attention d'un philosophe'. En outre, il croit en l'universalitĂ© de l'humanitĂ© : malgrĂ© toutes les diffĂ©rences entre les diffĂ©rents peuples, l'humanitĂ© possĂšde communĂ©ment 'les passions' et 'la raison', deux composantes de la 'police'. La nature, mĂšre nourriciĂšre de l'humanitĂ©, influence profondĂ©ment la sociĂ©tĂ©. Voltaire justifie le haut niveau de la civilisation des pays asiatiques par des causes naturelles, telles que la terre et le climat ; le systĂšme des impĂŽts, les villes, l'architecture et le systĂšme Ă©conomique avec son systĂšme monĂ©taire. La gĂ©ographie physique de la Chine est avantagĂ©e par trois excellentes conditions : l'immensitĂ©, la variĂ©tĂ©, et la position.
Voltaire condamne la puissance du rĂ©gime thĂ©ocratique et fĂ©licite la Chine comme le seul pays qui ne soit pas souillĂ© par ce rĂ©gime. Il pense que la Chine est une sociĂ©tĂ© qui a toujours gardĂ© ses moeurs originelles ; elle prĂ©sente donc un modĂšle exemplaire et une preuve des moeurs purement humains. La description des moeurs chinoises par Volaire est bien fragmentaire. Il a trouvĂ© quelques qualitĂ©s aux moeurs chinoises, telles que la douceur et la sagesse. Il est persuadĂ© d'une valeur suprĂȘme de lâesprit chinois : la sagesse Ă la fois tranqille et puissante, une force impalpable en apparence, mais irrĂ©sistible en profondeur ; elle est solidement liĂ©e Ă la civilisation du pays, et Ă cause d'elle, les moeurs chinoises sont plus raffinĂ©e que celles des Tartares. Aux yeux de Voltaire, les moeurs des Tartares sont horribles et empreintes de 'fanatisme'.
Parmi les nombreux rites et cĂ©rĂ©monies pratiquĂ©s Ă la cour chinoise, Voltaire porte un intĂ©rĂȘt particulier Ă deux d'entre eux : la cĂ©rĂ©monie 'kieng-tien' [jing tian] et le rite du labourage accompli par l'Empereur. A part des cĂ©rĂ©monies propitiatoires, il montre aussi que la cour chinoise est un modĂšle de tolĂ©rance. Voltaire ne s'est pas seulement intĂ©ressĂ© Ă ce qui se faisait Ă la cour chinoise, il s'est aussi penchĂ© sur le rĂŽle qu'y tenaient les personnages. MalgrĂ© ses principes politiques basĂ©e sur la morale, la cour chinoise est en rĂ©alitĂ© souvent trĂšs loin de l'image Ă©difiante donnĂ©e par Voltaire. Pour approfondir l'aspect matĂ©riel de la vie des empereurs, Voltaire a examinĂ© leurs finances.
Parmi les empereurs chinois, Kangxi, Yongzheng et Gaozong ont jouĂ© un rĂŽle significatif pour l'inspiration politique chinoise chez Voltaire. Il les a maintes fois mentionnĂ©s non seulement parce quâils sont ses contemporains, mais surtout en raison de l'accueil qu'ils on fait aux missionnaires europĂ©ens en Chine et Ă la cour impĂ©riale. De ces trois empereurs mandchous, celui qui obtien le plus de louanges de Voltaire est Kangxi. L'empereur Yongzheng succĂ©da Ă Kangxi et Voltire les a comparĂ©s. Lorsque Voltaire parle de la 'fermeteĂ©' et de la 'justesse' de Yongzheng, il fait surtout allusion Ă l'ordre impĂ©rial de bannir les missionnaires de la Chine. Ce qui fascine Voltaire chez l'empereur Gaozong, ce sont ses aptitudes Ă la poĂ©sie. Voltaire transforme ces trois empereurs en trois modĂšles symboliques : Kangxi : la tolĂ©rance, Yongzheng : la sagesse et la justesse, Qianlong : le poĂšte. Pour que l'image de ces trois empereurs ne soit pas tachĂ©e, il n'hĂ©site pas Ă Ă©carter les critiques concernant ces trois monarques, et mĂȘme Ă embellir leur portrait. Par consĂ©quent, son entreprise de transformer le portrait des empereurs chinois pour en faire des monarques idĂ©als est fondĂ©e sur une image doublement fausse.
En rĂ©sumant tous les passages de Voltaire concernant la constitution de la Chine, on peut les classer en deux grands thĂšmes : un systĂšme politique composĂ© de diffĂ©rents tribunaux et un gouvernement patriarcal. Voltaire est sĂ©duit par la rĂ©partition du pouvoir politique parmi les tribunaux. Il explique en dĂ©tail les fonctions de chaque tribunal et leur mĂ©canisme. La description des fonctions de chaque tribuanl est correcte, mais l'Ă©loge de Voltaire est un peu exagĂ©rĂ©. Le systĂšme des tribunaux, le rĂ©gime patriarcal et l'autoritĂ© paternaliste constitutent la forme du gouvernement chinois. Voltaire est surtout attachĂ© Ă examiner si les lois sont justes et humaines. A ses yeux, les lois dâun gouvernement exemplaire comme la Chine ne peuvent que possĂ©der des qualitĂ©s. Les lois chinoises rĂ©compensent bien la vertu ; le gouvernement montra sa gĂ©nĂ©rositĂ© et sa justice envers le peuple, il l'incite Ă bienveillance afin d'amĂ©liorer les moeurs de la sociĂ©tĂ©. Parmi les actes moraux exemplaires qui permettent d'obtenir le mandarinat de cinqiĂšme ordere, Ă par l'honnĂȘtetĂ©, le dĂ©intĂ©ressement du 'pauvre paysan' aux mains nettes, Voltaire a Ă©tonnamment oubliĂ© de mentionner un critĂšre trĂšs important pour ce pays au rĂ©gime patriarcal : la piĂ©tĂ© filiale. Quant Ă l'autre caractĂ©ristique des lois chinoises, considĂ©rĂ©e par Voltaire comme une exception dans la lĂ©gislation de l'humanitĂ©, elle est due Ă l'influence du confucianisme. Bien que le confucianisme soit la principale influence qui ait pesĂ© sur la politique chinoise, le gouvernement et ses lois ne sont pas aussi idĂ©als que veut le croire Voltaire. Ces lois justes et admirables, un systĂšme de tribunaux et une politique basĂ©e sur une constitution paternaliste reprĂ©sentent pour lui un modĂšle de gouvernement idĂ©al. En raison de la persĂ©cution des chrĂ©tiens, suite Ă la querelle des rites, beaucoup d'EuropĂ©ens ont condamnĂ© le gouvernement chinois ; leurs accusation gravitaient autour de lâathĂ©isme et le despotisme. Voltaire s'est engagĂ© dans ce dĂ©bat.
D'un cÎté, Voltaire accentue les qualités du gouvernement chinois : des tribunaux objectifs et une bienveillance patriarcale, et de l'autre cÎté, il écarte le mot 'despote' et ses interprétations qu'il considÚre comme des calomnies envers le gouvernement chinois. En somme, aux yeux de Voltaire, le gouvernement chinois est patricarcal et non despotique, car il a des tribunaux et des lois qui contrÎlent l'empereur.
AprĂšs le despotisme, l'autre accusation grave contre le gouvernement chinois est celle dâathĂ©isme. ConformĂ©ment Ă sa philosophie, Voltaire dĂ©fit la nature du gouvenement chinois comme fondĂ©e sur le thĂ©isme, et il exprime son hostilitĂ© envers l'athĂ©isme. Dans cette polĂ©mique sur l'athĂ©isme du gouvernement chinois, Voltaire rĂ©vĂšle sa vĂ©ritable attitude envers la religion. Sa dĂ©fense du gouvernement chinois constitut en quelque sorte une dĂ©claration de sa propre philosophie. Des rites Ă©difiants sont pratiquĂ©s par des empereus exemplaires et l'image de la cour chinois, sous la plume de Voltaire, abonde en sagesse et bontĂ©. L'autoritĂ© politique est harmonieusement partagĂ©e entre les tribunaux, et assurĂ©e par une structure sociale patriarcale oĂč le peuple est protĂ©gĂ© par des lois sages. PrĂ©sentĂ© par Voltaire, le gouvernement chinois suit une politique exemplaire. Cependant, si sa dĂ©fense du gouvernement chinois contre l'accusation de despotisme reste trĂšs discutable, sa victoire dans la polĂ©mique autour de l'athĂ©isme de la Chine est incontestable. La politique de l'empire chinois est le thĂšme le plus explitĂ© par des libre-penseurs aux fins de nier la religion et de valoriser l'athĂ©isme. Mais Volgaire n'a pas simplement dĂ©noncĂ© cette malice, il a aussi fait face Ă la multiplication des critiques concernant la politique chinoise, suite Ă la montĂ©e du courant sinophobe Ă son Ă©poque.
Si Voltaire loue la piĂ©tĂ© filiale et le respect des Chinois pour leurs parents comme une vertu fondamentale du point de vue de la sociĂ©tĂ© et de la politique, il n'admet pas l'application de cet esprit dans tous les domaines. Il ne condamne pas simplement l'esprit de respect des Chinois pour leurs ancĂȘtres, il lui reproche aussi d'avoir entraĂźnĂ© le peuple chinois Ă rester dans l'ignorance et il met en question le systĂšme de sĂ©lection par les examens au mandarinat. L'image de l'Ă©ducation et des examens et pour lui la consĂ©quence d'une prĂ©dominance excessive et prolongĂ© du confucianisme.
La religion est un sujet capital dans les oeuvres de Voltaire : sa façon de traiter ce sujet et ses prises de position rĂ©vĂšlent un des traits les plus marquqnts de la personnalitĂ©. NĂ© et Ă©levĂ© dans un milieu trĂšs chrĂ©tien, il a eu l'occasion de bien Ă©tudier et observer le monde religieux. Il s'appuie sur le rationalisme et l'humanisme, hĂ©ritĂ©s de son Ă©ducation chez les jĂ©suites, et il se met Ă rĂ©flĂ©chir sur la question religieuse afin de trouver une issue pour sa croyance. AntichrĂ©tien, sans aucun doute, mais athĂ©e, certeinement pas, car Ă aucun moment, il n'a acceptĂ© la condamnation. Sa dĂ©ception devant le christianisme l'amĂšne Ă orienter son regard vers les religions exotiques telles qu'islamisme, buddhisme, lamaĂźsme et taoĂźsme ; il a tentĂ© de dĂ©couvrir une vraie religion universelle qui serait diffĂ©rente du catholicisme. Malheureusement, ses connaissances et sa capacitĂ© sont limitĂ©es par la langue et la distance, il ne peut comprendre le monde extĂ©rieur qu'Ă travers les Ă©crits et les traductions des voyageurs, et surtout, des missionnaires. La 'religion' des lettrĂ©s chinois a Ă©tĂ© magnifiĂ©e par certains missionnaires de la cour impĂ©riale pour mieux propager l'Evangile dans tout l'empire chinois. En fait, cette 'religion' qui consiste Ă adorer 'un seul Etre SuprĂȘme' est issue du confucianisme qui n'est pas une vĂ©ritable religion, mais plutĂŽt une philosophie, et c'est la raison pour laquelle il pouvait bien ĂȘtre acceptĂ© par les missionnaires chrĂ©tiens en Chine. Cette religion qui ne croit qu'en l'existence d'un seul dieu est pratiquĂ©e par l'Ă©lite ; les philosophes chinois inspirent Voltaire qui est en quĂȘte d'une religion plus 'simple' et 'naturelle' et qui n'admet ni superstition ni fanatisme ou clergĂ©. Il est donc bien content de trouver une religion qui corresponde tout Ă fait Ă son idĂ©e de 'religion naturelle'. Il est fascinĂ© par la religion spirituelle des lettrĂ©s chinois, mais qu'en mĂȘme temps il critique sĂ©vĂšrement les religions du peuple. Le fait que la religion chinoise admette l'existence de plusieurs dieux, Voltaire, qui a tant insistĂ© sur son principe thĂ©ologique d'un Etre SuprĂȘme qu'il a trouvĂ© idĂ©alisĂ© dans l'empire chinois.
La division de la religion entre le peuple et l'Etat en Chine est évidente aux yeux de Volarie parce qu'il existe deux composantes bien distinctes dans ce pays. Cette division de la religion chinoise en deux parties n'est pas une idée de Voltaire, elle fait partie d'une vision adroite dont les missionnaires euopéens sont les auteurs. Pendant la querelle des rites, les missionnaires, et en particulier les jésuites, se sont beaucoup appuyés sur la religion spirituelle des lettrés chinois pour justifier leur prise de position. Voltaire ne pouvait pas savoir que la religion a considérablement influencé le pouvoir politique des dynasties chinoises. En condamnant toutes les religions, Voltaire tente de prouver que la religion des lettrés confucéens et du gouvernement chinois est une illustration de son théisme.
Voltaire a condamnĂ© presque toutes les religions comme relevant de la superstition et du fanatisme. Cependant, il a rĂ©ussi Ă trouver dans la religion des lettrĂ©s chinois toutes les qualitĂ©s qui rĂ©pondent Ă son idĂ©al dâune religion. Voltaire ne voit que ridicule et fanatisme chez le bouddhisme et n'aprĂ©cie pas la doctrine taoĂŻste. L'histoire du catholicisme prĂ©sentĂ©e par Voltaire s'arrĂȘte toujours Ă la persĂ©cution des missionnaires Ă©trangers en Chine, car il n'en a jamais voulu prĂ©ciser les dĂ©tails. Chaque fois que Voltaire prĂ©sente le christianisme en Chine, il met l'accent sur les divergences des missionnaires et les conflits d'ordre religieux en Europe. Voltaire a constatĂ© qu'avant l'arrivĂ©e du christianisme, le judaĂŻsme et l'islam avaient dĂ©jĂ pĂ©nĂ©trĂ© dans l'empire chinois et qu'ils avaient formĂ© de petites communautĂ©s, co-existant en paix en Chine. C'est pour lui une autre preuve de la tolĂ©rance de l'empire chinois.
Si on compare l'image de la religion des lettrĂ©s chinois avec celle du peuple, le contraste est bien frappant. Voltaire identifie sa religion idĂ©ale avec celle des lettrĂ©s confucĂ©ens et il s'identifie avec Confucius. Il aime utliser la formule : "Je voux embrasse en Confucius" dans sa correspondance ; et plusieurs fois, dans les lettres Ă d'Alembert, il dit : "Je m'unis Ă vous en Socrate, en Confucius... ". Il Ă©crit Ă Thieriot : " ... je n'aime de tous les gens de son espĂšce que Confucius, aussi j'ai son portrait dans mon oratoire, et je le rĂ©vĂšre comme je dois". Le goĂ»t exotique de l'Ă©poque n'est pas une explication pour justifier la passion de Voltaire pour Confucius. Il est fascinĂ© par l'influence du confucianisme en Orient et il s'engage en faveur de la pensĂ©e confucĂ©enne dans les dĂ©bats philosophiques. Il est trĂšs important pour lui de dĂ©montrer que 'la religion' de Confucius n'est pas divinisĂ©e et il essaie de prouver, que le confucianisme qui influence Ă©normĂ©ment la politique chinoise n'est basĂ© que sur 'les anciennes lois' du pays. La morale confucĂ©enne s'appuie sur des rĂšgles, des devoirs de relations sociales ; les enseignements sont bĂątis sur des lois anciennes et l'observation de la nature humaine. Voltaire y trouve le meilleur modĂšle pour illustrer sa philosophie. Il cite une grande quantitĂ© de maximes confucĂ©ennes sans prĂ©ciser les sources ; il transforme librement ses jugements et ses interprĂ©tations en modifiant selon son goĂ»t et ses besoins. Voltaire pense que le temps du confucianisme est 'le temps le plus heureux et le plus respectable' de la terre. La sagesse, la tolĂ©rance, la bienveillance chez les empereurs chinois, la douceur et l'harmonie des moeurs chinoises prĂ©sentent un charme irrĂ©sistible aux envahisseurs tartares. Cette image positive de la Chine voltarienne est essentiellement due Ă l'influence du confucianisme. Il n'ignore pas, que certains des ses contemporains europĂ©ens ne partagent pas son enthousiasme. Les condamnations gravitent autour de la superstition, de l'idolĂątrie et de lâathĂ©isme.
Voltaire constate que la connaissance des sciences et des arts, bien qu'existant depuis longtemps en Chine, a malgré tout fait peu de progrÚs, et que l'empire chinois 'anciennement policé' a bien besoin de l'aide des missionnaires européens. L'astronomie n'est pour lui pas qu'un exposé documentaire, elle lui fournit aussi une preuve de 'la police' de l'empire servant à démontrer le bien-fondé de ses idées philosophiques. Voltaire dit que les Chinois observent les éclipses depuis deux mille cent cinquante-cinq ans avant notre Úre et il expose comment les Chinois ont appliqué cette science dans leur vie et dans l'usage du calendrier. Outre les observations, il remarque aussi l'usage des instruments astronomiques et il connaït la contribution des missionnaires.
Il présente les inventions de la Chine : le papier, la poudre, la boussole, l'imprimerie et les usages 'des propriétés du triangle rectangle', les cloches, les quadriges et l'élevages des vers à soie. Il présente la porcelaine de Chine et l'imitation et l'influence de la porcelaine chinoise en Europe. Il cite l'usage des chariots armés and l'art de la guerre et la connaissance des mathématiques. Pour lui la théorie de la médecine chinoise n'est qu'ignorance et erreur.
La Grande muraille et les grands canaux sont considĂ©rĂ©s par Voltaire comme les modĂšles exemplaires et incomparables de l'esprit humain. Il prĂ©sente l'art dramatique, le roman et les spectacles en Chine, la peinture et il critique la musique. Voltaire loue aussi dans les arts et les belles-lettres chinoises la 'veritĂ© simple' qui vaut mieux que les 'paroles Ă©tranges', les 'comparaisons gigantesques et forcĂ©es' et les 'Ă©nigmes' qui existent dans tous les autres pays d'Asie. Il mentionne Ă plusieurs reprises les cinq grand classiques [Shi jing, Shu jing, Li ji, Yi jing, Chun qiu]. Si, dĂ©jĂ pour Voltaire, ces classiques Ă©taient considĂ©rĂ©s comme un monument historique de la civilisation chinoise et und prouve d'anciennetĂ© et supĂ©rioritĂ© de la culture, le public europĂ©en, en revanche, n'en a pris connaissance que tout rĂ©cemment. Voltaire aime montrer le contraste entre la richesse et l'anciennetĂ© des civilisations orientales et la pauvretĂ© des connaissances occidentales. Il est fascinĂ© par l'Ă©criture et l'existence des caractĂšres chinois lui fournit une autre preuve de l'anciennetĂ© et du 'raffinement de la sociĂ©tĂ©' chinoise. Il condamne la langue chinoise comme facteur entravant les progrĂšs scientifiques et qu'il propose mĂȘme aux Chinois de romaniser leur langue afin d'amĂ©liorer le sort de la science chinoise.
1989
Etiemble : Voltaire est le premier qui tire de l'antiquitĂ© de la Chine toutes les consĂ©quences qu'elle comporte. Avec beaucoup de ses contemporains, Voltaire a exaltĂ©, dans le gouvernement et les moeurs de la Chine, les qualitĂ©s morales et politiques par lesquelles ces moeurs et ce gouvernement semblaient l'emporter sur les institutions et les usages de l'Europe. Il a pourtant regrettĂ© que les Chinois n'aient pas su porter les arts, les sciences et les techniques aussi loin que les peuples occidentaux. Mais, alors que beaucoup d'EuropĂ©ens, et notamment ceux des missionnaires qui dĂ©ploraient l'imperfection chinoise, voyaient dans cette infĂ©rioritĂ© allĂ©guĂ©e une preuve de la supĂ©rioritĂ© chrĂ©tienne, quelque goĂ»t que marquĂą Voltaire pour les sciences de la nature, et quelque confiance qu'il affichĂąt dans les progrĂšs de l'esprit humain, la sinophilie systĂ©matique dont il faisait profession lui souffla des arguments pour absoudre les Chinois. C'est ainsi qu'il excuse ceux qui avaient inventĂ© la boussole et la poudre de nâavoir pas cherchĂ© Ă en tirer le mĂȘme parti que l'Occidcent. Voltaire approuve les Chinois de n'avoir perfectionnĂ© aucun des arts, aucune des sciences, puisqu'ils ont joui 'avec profusion de ce quâils connaissaient enfin ils Ă©taient heureux autant que la nature humanie le comporte'. Pour admirer ses Chinois, il lui suffit qu'ils aient prĂ©cĂ©dĂ© dĂšs longtems l'Europe "dans la connaissance de tous les arts nĂ©cessaires", Ă©tant bien entendu que l'art d'imprimer les livres entre tous est 'nĂ©cessaire'. Or, il lui plaĂźt de rĂ©pĂ©ter que la Chine Ă©tait pleine d'imprimĂ©s quand nous ne savions ni lire ni Ă©crire.
Voltaire prĂ©sente un idyllique tableau de la religion des Chinois, tableau qu'il est trop facile d'opposer aux erreurs et aux horreurs de la politique catholique ou chrĂ©tienne. Autant Voltaire est bien placĂ© pour connaĂźtre les ridicules et les crimes de la religion qui se rĂ©clame du Christ, autant il es mal renseignĂ© sur les religions de la Chine. Du bouddhisme abĂątardi, des superstitions taossĂ©istes, qu'il n'entrevoit qu'Ă travers ce que veulent bien lui en dire ses informateurs jĂ©suites, il sait trop peu de chose. Toute sa science consiste Ă exalter, sous le nom des religions chinoises, la pensĂ©e que les jĂ©suites prĂȘtent Ă Confucius et qui serait en harmonie préétablie avec sa pensĂ©e Ă lui.
Il est tout naturel que Voltaire ait pris contre les bouddhistes et leurs bonzes le parti des lettrés et du pouvoir central lorsque celui-ci, avec l'aide de l'administration confucéenne, essaya de mettre fin aux abus économiques, religieux et politiques qui se camouflaient sous la religion de Fo.
1990
Willi Berger : Voltaire steht im Mittelpunkt der europĂ€ischen China-Begeisterung des 18. Jahrhunderts. In seinem Werk sammelt sich alles zu einer kulturphilosophischen Ideologie, was an chinesischen EinflĂŒssen und Anregungen bei andern Autoren verstreut erscheint oder nur ein gelegentliches Interesse erweckt hat. Dabei ĂŒbernimmt er wie die meisten anderen die sinophil gefĂ€rbten Berichte der Jesuiten und verwendet sie fĂŒr seine Zwecke.
Voltaire versucht nicht, die fremde Kultur der eigenen möglichst anzunĂ€hern, er lĂ€sst sie vielmehr in ihrem kulturgeographischen und historischen Eigenwert gelten, fasst sie als Herausforderung auf, der sich Europa zu stellen hat und hebt immer wieder vor allem die ZĂŒge hervor, welche die eigenen Errungenschaften, die vermeintliche europĂ€ische Ăberlegenheit relativiert. Im einzelnen ist Voltaires China-Bild konventionell, es gibt die ĂŒblichen Lob-Topoi, die sich ausser auf das Alter der chinesischen Kultur auf die Grösse des Reiches, auf die Vorbildlichkeit des Regierungssystems, auf die Erfindung der Seiden-, Papier- und Porzellanherstellung, des Buchdrucks und des Schiesspulvers beziehen. Es gibt aber auch durchaus kritische Anmerkungen, so den Topos von der Stagnation der chinesischen Kultur im allgemeinen, wofĂŒr Voltaire die angeblich auf einer primitiven Entwicklungsstufe verharrende chinesische Sprache und Schrift zum Beweis nimmt. Dann ĂŒbt er Kritik an der im Vergleich zu Europa mangelhaft entwickelten Medizin, an der chinesischen Musik und Malerei. Verwundert ist er ĂŒber den astrologischen Aberglauben und er stellt fest, dass die Chinesen, wenn sie auch in der Astronomie und Geometrie weit frĂŒher als die EuropĂ€er zu grundlegenden Erkenntnissen vorgestossen sind, unfĂ€hig seien, darĂŒber hinauszugehen.
Voltaire leugnet nicht, dass alle Laster bei den Chinesen so gut existieren wie sonst in der Welt, nur, fĂŒgt er hinzu, dass man nicht das ganze China verdammen darf. Voltaires Urteil ĂŒber den chinesischen Staat und die chinesische Kultur ist von einer unzweideutigen Sympathie geprĂ€gt. Wenn China eine Despotie ist, so ist es doch eine Despotie, die auf Tugend und Moral begrĂŒndet ist, ein Land, das daher mit andern ĂŒberhaupt nicht vergleichbar ist. Es ist aber nicht Tugendhaftigkeit an sich, die China regiert, sondern Tugendhaftigkeit als System, die Administration und Justiz. Es stört ihn keineswegs, dass im chinesischen Feudalismus die höchste richterliche Gewalt auch in den HĂ€nden des Kaisers lag, im Gegenteil : da der Kaiser nichts anderes sein kann als ein weiser Herrscher, der nicht allein das Gesetz verkörpert, sondern sich ihm zugleich unterwirft, ist jede Gefahr des Missbrauchs dieser MachtfĂŒlle gebannt.
Voltaire verwahrt sich dagegen, dass man die Chinesen Atheisten nennt. Ihre Religion kennt zwar keine Jenseitsvorstellung mit den Belohnungen und Strafandrohungen des christlichen Glaubens, aber das ist nur ein Beweis fĂŒr ihre 'AntiquitĂ©', denn auch der Pentateuch weiss nichts vom ewigen Leben. Wenn man sie, wie die Dominikaner etwa, der Idolatrie bezichtigt, so beruht das auf einem grĂŒndlichen MissverstĂ€ndnis ihrer Riten, man verwechselt einen hĂ€uslichen Schrein, wie er im Mittelpunkt der Ahnenverehrung steht, mit einem Altar, der eine gewöhnliche Ehrenbezeigung ist. Nie aber ist die chinesische Religion durch 'Fabeln', das heisst durch Legenden und Wundergeschichten entehrt, nie auch durch Streitigkeiten und Kriege beschmutzt worden. Diese Religion ist ersichtlich in der 'religion des lettrĂ©s', nĂ€mlich im Konfuzianismus. In dem geschönten Bild, das Voltaire gibt, ist zugleich eine Apologie jenes religiösen Rationalismus zu erkennen, den er selbst vertritt und dem er den Namen 'Deismus' gegeben hat. Keine Gnade findet das buddhistische und taoistische China. Die AnhĂ€nger Laozis nennt er eine Sekte, die an böse Geister, Zauberpraktiken und religiöses Blendwerk glaubt. Konfuzius ist fĂŒr ihn kein Prophet, sondern vielmehr ein Weiser, der mit der Moral Epiktets verglichen werden kann. Das konfuzianische China als utopisches Modell einer idealen Gesellschaft, Konfuzius gleichsam als mythische Vorwegnahme der europĂ€ischen AufklĂ€rung in China und Voltaire selbst wiederum, der in das Portrait dieses Konfuzius auch seine eigenen ZĂŒge, sein eigenes SelbstverstĂ€ndnis heimlich eingezeichnet hat, zeigt, wie sehr sein China-VerstĂ€ndnis und AufklĂ€rungspropagande miteinander verschmolzen gewesen sind.
1992
Fang Weigui : Voltaire erschliesst dem europĂ€ischen historischen Bewusstsein einen völlig neuen Aspekt des Raumes und der Zeit und springt damit endgĂŒltig jenen traditionellen Rahmen des mittelalterlichen, auf die Theologie gegrĂŒndetes Geschichtsbild mit dem Mittelmeergebiet als Zentrum. Er hat ein wunderschönes Bild von China gezeichnet, ein Bild des aufgeklĂ€rten Despotismus, in dem die 'Religion einfach, weise, gerecht und frei' sei. Deismus, naĂŒrliche Moral, religiöse Duldsamkeit, aufgeklĂ€rter Absolutismus usw., die Voltaire in 'seinem China' sieht, weisen grosse Ăhnlichkeit mit den China-Vorstellungen von Leibniz und Wolff auf, wĂ€hrend Voltaire unverkennbar eine Zeitkritik hervorhebt. Voltaire, der Hauptvertreter der China-Begeisterung in Frankreich und der BekĂ€mpfer der Kirche, schöpft seine Kenntnis aus den Schriften der Jesuitenmissionare. Er wertet die chinesische Kultur im Dienst der Kritik gegen die religiösen und kirchlichen AutoritĂ€ten. FĂŒr ihn gibt es nichts sinnwidrigeres, als die Bekehrungsversuche der Jesuiten.
1996
Andreas Pigulla : Voltaire ist radikal in der Ablehnung der Bibel als Ausgangspunkt fĂŒr Historiographie. Aus der Bibel abgeleitete Ursprungsvorstellungen und Wanderungshypothesen sind fĂŒr ihn 'conjectures forcĂ©es'. Von der Schwierigkeit, den historischen Prozess Chinas in seiner BewegungsqualitĂ€t zu beurteilen, fĂŒhlt sich Voltaire befreit. Er stellt fest, dass die chinesische Zivilisation, und dies ist sein SchlĂŒssel zur Erfassung der fremden Geschichte, 'incontestable dans les choses gĂ©nĂ©rales' ist. Dies ist fĂŒr ihn aber kein Grund zur Kritik, denn VerĂ€nderung erscheint ihm hier auch nicht mehr notwendig : die chinesische Zivilisation ist fĂŒr ihn auf dem denkbar höchsten Niveau angelangt. Der fĂŒr die spĂ€tere Chinarezeption zentrale Topos der Stagnation wird von Voltaire nicht benutzt, wenngleich er durchaus Hinweise auf Entwicklungshemmungen registriert. Er verzichtet darauf, die besonderen Eigenschaften, die er den Chinesen zuschreibt, zur Abgrenzung einer ĂŒberlegenen europĂ€ischen Zivilisation zu funktionalisieren. Damit wĂŒrde er seinem primĂ€ren Anliegen, anhand der idealisierenden Beschreibung Chinas seine Vorstellungen von rationalistischer Staatsverfassung in Form eines aufgeklĂ€rten Absolutismus und Deismus zu prĂ€sentieren, zuwiderlaufen. Obwohl er die Völkergeschichten nach wie vor in einer von Ost nach West verlaufenden Abfolge darstellt, sieht er sich nicht mehr an die Raumvorstellung der 'Vier Weltreiche' gebunden. China, ausserhalb dieses Konzepts, relativiert im 'Essai' den ehemals einlinig verlaufenden Entwicklungsgedanken. Voltaires Ausgangspunkt bei der Beschreibung Chinas ist sein 'principe de la raison universelle'. Im Kulturvergleich mit Europa hebt er die fĂŒr ihn besonders vernĂŒnftige Staatsform des chinesischen Kaiserreichs hervor. Ideal findet er an ihr, dass nicht wie in Europa ein religiöser Aberglaube vorherrsche, sondern eine Bildungselite nach moralischen Werten den Herrscher anleiten könne. Gerade aber die 'opinion' gesellschaftlicher Eliten ist nach Voltaires VerstĂ€ndnis Ursache geschichtlicher Entwicklung, die solange anzudauern hat, bis das Ideal der Herrschaftsform und Gesellschaftsordnung gefunden ist. China dient ihm in herausragender Weise als Folie zur Kritik an den politischen und gesellschaftlichen VerhĂ€ltnissen in Europa. Von dieser Konstellation abweichende Interpretationen der ostasiatischen und europĂ€ischen Kultur werden von ihm mit scharfer Kritik ĂŒberzogen. Voltaires Einfluss auf Weltgeschichtsschreibung, Geschichtsphilosophie, Kulturgeschichtsschreibung und Chinarezeption der SpĂ€taufklĂ€rung ist ausserordentlich gross. Er reicht allerdings nicht so weit, dass auch seine Perpektivierungen und Wertungen ĂŒbernommen werden.
2003
Lee Eun-jeung : Voltaire betrachtet China mit den Augen eines Historikers. Er ist nicht von einer willkĂŒrlichen Systematik befangen, wie es bei Rousseau und Montesquieu der Fall ist. Deshalb geht er auch unbefangen an die ihm zur VerfĂŒgung stehenden Materialien heran. Er lĂ€sst sie vielmehr in ihrem kulturgeographischen und historischen Eigenwert gelten. Er fasst die chinesische Kultur als Herausforderung auf, der sich Europa zu stellen habe. In seiner Korrespondenz und in der Thematisierung des Chinesischen in seinen Werken, macht Voltaire deutlich, dass er die auf Toleranz und philosophische Gelassenheit gegrĂŒndete chinesisch-konfuzianische Moral der fanatischen Unduldsamkeit des Christentums fĂŒr ĂŒberlegen hĂ€lt. Er hebt die 'AnciennitĂ€t' und Ăberlegenheit der chinesischen Kultur im Vergleich zur jĂŒdisch-christlich-europĂ€ischen Kultur mit Nachdruck hervor, betont die viel weiter als die abendlĂ€ndische Geschichtsschreibung zurĂŒckreichende historische Ăberlieferung und die technischen Errungenschaften, die man in China viel frĂŒher als in Europa gemacht hat. Voltaire leugnet keineswegs, dass es in China, wie in allen anderen LĂ€ndern auch, Laster jeglicher Art gebe. Seine Sympathie gilt vor allem der staatlichen Organisation und der chinesischen Religion. Im Mittelpunkt der ersteren steht Konfuzius, der GrĂŒnder dieses vortrefflichen Gelehrten- und Beamtenstaates und ein Weiser, dessen Moral 'so rein und streng und zugleich ebenso human, wie die des Epictet' sei. Das konfuzianische China ist fĂŒr ihn das Modell einer idealen Gesellschaft und er benutzt es als Waffe in seinen antiklerikalen Attacken.
2003
Werner LĂŒhmann : Voltaires Scharfsinn seiner Gedanken und die PrĂ€gnanz seiner in zahlreichen Schriften gedruckten Ăusserungen zu Geschichte und Philosophie, zur Staatslehre und zu Fragen der praktischen Moral trugen ebenso wie sein persönlicher Einfluss auf die Grossen der Zeit nicht wenig zu einer neuen kritischeren Sicht vieler Bereiche des geistigen und kulturellen Lebens am Vorabend der Französischen Revolution bei. Hierbei unterzog Voltaire auch die hochgerĂŒhmte Sittenlehre der Konfuzianer einer zwar in mancherlei Hinsicht voreingenommenen, gleichwohl aber genauen und differenzierenden PrĂŒfung, an deren Ende eine teils wohlwollende, teils aber auch kritische Neubewertung stand. ZunĂ€chst berichtet er detailliert ĂŒber die verschiedensten Aspekte der wirtschaftlichen Lebens der Chinesen, erwĂ€hnt deren rasches Bevölkerungswachstum und die sich daraus ergebenden Probleme, um sich dann den Wissenschaften sowie der aus seiner Sicht staatstragenden konfuzianischen Morallehre zuzuwenden. Dabei gilt seine Bewunderung im besonderen dem Prinzip des Gehorsams auf der einen wie dem der FĂŒrsorge auf der anderen Seite. Das Kapitel ĂŒber die Religion beginnt Voltaire mit dem Hinweis auf die Gerechtigkeit als dem Hauptmerkmal der von Konfuzius begrĂŒndeten Sittenlehre der Chinesen. Was dem Vertreter eines aufgeklĂ€rten Deismus indessen am meisten beeindruckt, ist die nach seiner Meinung in der konfuzianischen Lehre aufscheinende Vorstellung eines abstrakten Gottesbegriffs, womit zugleich dem Vorwurf begegnet werden könne, die Chinesen seien streng betrachtet eigentlich ein Volk von Atheisten. Ein durch die allgemeinen Naturgesetze begrĂŒndete universelle Moral, deren vornehmste AusprĂ€gung das Ideal der Gerechtigkeit ist, scheint nach Auffassung Voltaires in der konfuzianischen Staatslehre auf.
SekundÀrliteratur.
1932
Walter Engemann : Die Veranlassung zur Niederschrift von Voltaires Essai ist von Emilie du Chùtelet ausgegangen und wurde 1734-1749 wÀhrend seines Aufenthaltes im Schloss Cirey-sur-Blaise niedergeschrieben.
Voltaires Urteile ĂŒber die chinesische Kultur widersprechen sich teilweise. Einerseits lobt er die Chinesen wegen der BestĂ€ndigkeit in ihren Sitten und GebrĂ€uchen, andererseits sieht er es als einen Mangel an, dass die chinesische Kultur keinen Fortschritt kennt, weil sie in der langen Zeit der Existenz ihres Reiches auf dem gleichen Stadium stehen geblieben ist. Die Stagnation und die damit verbundene MittelmĂ€ssigkeit der chinesischen Kultur erklĂ€rt er aus der grossen Ehrfurcht vor alten Lehren und Einrichtungen, die der Chinese fĂŒr vollkommen hĂ€lt, und aus der Natur ihrer Sprache, die schwer und unbequem ist. Das gleiche gilt erst recht fĂŒr die Schrift. Hierzu tritt die zweimalige Fremdherrschaft, die auf die Fortentwicklung der chinesischen Kultur hemmend gewirkt hat, denn aller Krieg, Umsturz und BedrĂŒckung machen einen Aufstieg unmöglich. Das sind fĂŒr Voltaire die entscheidenden GrĂŒnde, die dazu gefĂŒhrt haben, dass Kunst und Wissenschaft in China sich nicht weiterentwickelt haben.
Der Zusammenbruch der christlichen Mission in China beschĂ€ftigte damals das gesamte geistige Europa. FĂŒr Voltaire ist er ein Beweis dafĂŒr, dass die christliche Kirche untauglich ist, Mittlerin zwischen den Kulturen der Völker zu sein. Versuchten dennoch einzelne, wie die Jesuiten, diese Rolle zu spielen, so wĂŒrden die Bestrebungen aus dogmatischer Engherzigkeit bald unterbunden. Voltaire gesteht allen Völkern, die eine Ă€ltere Kultur und einen alten toleranten Glauben haben, das Recht zu, sich vor fremden Eindringlingen zu schĂŒtzen. So hĂ€lt er es fĂŒr richtig, die Chinesen trotz dem Kampf gegen das Christentum und seine Missionare, aufrichtig zu bewundern.
Die Kenntnisse Voltaires ĂŒber die materielle Kultur der Chinesen sind auf Einzelheiten beschrĂ€nkt. Was er darĂŒber weiss, ist unvollkommen, teilweise sogar falsch. Seinem Sinn fĂŒr GeldgeschĂ€fte entspricht sein Interesse fĂŒr die GeldverhĂ€ltnisse Chinas. Auch die Mitteilungen Voltaires ĂŒber die wirtschaftlichen VerhĂ€ltnisse Chinas beschrĂ€nken sich auf Einzelheiten, weil ihm die Quellen darĂŒber nur wenig Auskunft geben. Da er grosses Interesse an der Landwirtschaft hat, beschĂ€ftigt er sich eingehend mit dem chinesischen Ackerbau. In einem Brief von Jean-Denis Attiret wird in glĂ€nzenden Farben der kaiserliche Palast mit seinen Anlagen beschrieben. Voltaire benutzt diese Schilderung, um sich gegen die Geschmacklosigkeit des europĂ€ischen Prunkes zu wenden. Die Staatsauffassung Voltaires entspringt dem Ehrgeiz, als BĂŒrger die gleiche Stellung wie der Adel einzunehmen. Er ist der Typus des 'bourgeois', der ĂŒber das eigene Milieu hinausstrebt. Er huldigt dem bĂŒrgerlichen Staatsideal des aufgeklĂ€rten Absolutismus, wenn er auch seine eigenen Gedanken ĂŒber das Wesen und die Gestalt eines Idealstaates besitzt. Er sieht sein Staatsideal im chinesischen Staat verwirklicht. Deshalb kann er auch kein objektives Bild des chinesischen Staatswesens geben, weil er es nur vom Standpunkt seiner subjektiven Staatsauffassung aus betrachtet. Den grossen Vorzug des chinesischen Staates sieht er darin, dass es in China keinen Gegensatz zwischen dem Kaiser, der Regierung und den bevorzugten Schichten der Bevölkerung und der grossen Masse gibt, da zwischen ihnen ein patriarchalisches VerhĂ€ltnis besteht. Darin wurzelt nach Voltaire die BestĂ€ndigkeit der chinesischen Kultur. Das patriarchalische VerhĂ€ltnis ist fĂŒr ihn auch eine der Ursachen dafĂŒr, dass der chinesische Staat nicht nur einer der Ă€ltesten, sondern auch der erfolgreichsten und blĂŒhendsten der Welt ist, ebenso wie der natĂŒrliche Reichtum des Landes, der Fleiss seiner Bewohner, die weise Gesetzgebung und der Schutz des Eigentums die GrĂŒnde fĂŒr die allgemeine Wohlhabenheit des Volkes, die grosse Bevölkerungsdichte des Reiches und das hohe Alter der chinesischen Kultur sind. Voltaire begrĂŒndet den idealen Zustand des Staates damit, dass die Staatsauffassung der Chinesen auf der Sittenlehre und der Achtung vor den Gesetzen beruhe ; denn die Chinesen ehren die Gesetze und das Alter wie die Kinder die Eltern. So erscheint ihm das ganze Kaiserreich wie eine grosse Familie, in welcher der Kaiser fĂŒr das Wohl des Volkes wie ein Vater zu sorgen hat. Im chinesischen Kaiser sieht er nicht nur den Herrscher, sondern auch den höchsten Priester und Philosophen, der allein dem 'tian', dem Herrscher ĂŒber Himmel und Erde, opfert.
Voltaire nimmt Stellung gegen die Berichte der Reisenden und gegen Montesquieu, welche die Ansicht vertreten, dass das chinesische Kaisertum despotisch sei. Man ist nach seiner Meinung durch die Form des Hofzeremoniells getĂ€uscht worden. Doch China sei ĂŒberhaupt das Land der Zeremonien und Höflichkeiten. Als Beweis fĂŒr das Gegenteil einer absolutistischen Regierungsweise dient der Hinweis darauf, dass seit den Ă€ltesten Zeiten am kaiserlichen Palast eine Tafel angebracht ist, auf der jeder BĂŒrger seine Beschwerden ĂŒber die Regierung aufschreiben darf. Auch steht dem Kaiser ein Ratskollegium zur Seite, und er sieht sich, wie jeder andere StaatsbĂŒrger, an den Entscheid der Gerichte gebunden. Andererseits hat China nach Voltaires Ăberzeugung im Gegensatz zu allen anderen LĂ€ndern auch niemals eine Theokratie gehabt, denn seine alten JahrbĂŒcher wissen nichts darĂŒber zu berichten. Ebenso hat China weder ReligionskĂ€mpfe noch einen Streit zwischen Kaiser und Kirche gekannt. Voltaire hĂ€lt den chinesischen Staat sogar fĂŒr demokratisch, da es in ihm niemals einen Adel gegeben hat. Er hĂ€lt die chinesische Verfassung fĂŒr die Ă€lteste und beste der Welt. Sie besteht nicht nur seit 4000 Jahren, sondern sie fordert auch, dass eine kleine Zahl Auserlesener die grosse Masse der Bevölkerung ernĂ€hrt und regiert. Denn sie macht es den Weisen zur Pflicht, das Volk zu beschĂ€ftigen und fĂŒr sein Dasein zu sorgen. Volaire rĂŒhmt die chinesische Gesetzgebung : so darf der Sohn seinen Vater nicht verklagen. Oder es darf auch am geringsten Untertanen kein Todesurteil vollstreckt werden, ohne dass man die Prozessakten an den Staatsrat in Peking schickt, der dem Kaiser Vortrag zu erstatten hat. Vor allem bestraft der chinesische Staat nicht nur, sondern er kennt auch Belohnungen in Form von Ehrenzeichen und Rangerhöhungen.
Voltaire rechnet die Chinesen nicht unter die Völker, die Blutschande treiben, und er weist die Behauptung Montesquieus, dass in der Tatarei die Söhne nicht die Mutter, wohl aber die VĂ€ter die Töchter heiranten dĂŒrfen, zurĂŒck. Ebenso lĂ€sst er den Vorwurf der Menschenfresserei nicht gelten.
Von den naturwissenschaftlich-mathematischen Kenntnissen der Chinesen bewundert Voltaire vor allem ihre astronomischen Berechnungen, die auf einer genauen Beobachtung der Sterne beruhen. Er nimmt an, dass die Chinesen schon sei 4000 Jahren Astronomie treiben. Weiterhin berichtet er ĂŒber das chinesische Heilwesen. Er hĂ€lt die chinesischen Ărzte fĂŒr sehr unwissend und behauptet trotzdem, dass sie in der praktischen AusĂŒbung ihres Berufes nicht ungeschickt sind. Dabei erwĂ€hnt er, dass man auch in China versuche seit alter Zeit einen Unsterblichkeitstrank zu brauen. In der Sprache sucht Voltaire ein Kriterium fĂŒr die Kulturhöhe, die ein Volk erreicht hat. FĂŒr ihn ist nur die chinesische Sprache auf einer primitiven Entwicklungsstufe stehen geblieben. Und in dieser Tatsache erblickt er eine Ursache fĂŒr die Stagnation der chinesischen Kultur. Er selbst hat weder die chinesische noch arabische Sprache beherrscht, sondern nur das chinesische Vokabular in der Description von Du Halde. Gleichwohl hĂ€lt er die chinesische Sprache fĂŒr autochthon. Die chinesische Literatur zeichne sich durch ihre Einfachheit aus und die kĂŒnstlerische Begabung der Chinesen soll in ihrer Entwicklung stehen geblieben sein. Doch sein tiefster Eindruck ist das Alter der Literatur. Der Roman und die Fabeln enthalten dieselben Motive wie in der europĂ€ischen Literatur, sie zeigen stets eine realistische Form und eine moralische Tendenz. Die Chinesen lieben auch das Theater, aber die Kunst des Dramas liege ihnen nicht.
Voltaire kennt die Ă€lteste Quelle der chinesischen Geschichte, die chinesischen BambusbĂŒcher, aus denen er seine Kenntnisse der '5 kings' hat.
Die Sittenlehre, die Voltaire als die erste der Wissenschaften nennt, haben die Chinesen vervollkommnet. Die Frage, warum die Chinesen in den ĂŒbrigen Wissenschaften versagten, in der Ethik aber und in ihrer praktischen Anwendung, der Gesetzgebung, Hervorragendes leisteten, beanwortet er damit, dass die Natur diesen Menschen einen âweisen Sinnâ gegeben, die Kraft des Verstandes aber versagt hat.
Das Wort 'Deismus' taucht erst in der AufklĂ€rungszeit auf. Voltaire gebraucht das Wort 'Theismus', das an sich eine monotheistische Religionsanschauung bezeichnet. Diese lehrt noch einen persönlichen Gott, der die Welt nicht nur erschaffen hat, sondern der auch noch fortdauernd auf sie einwirkt. Auch die natĂŒrliche Religion Chinas bezeichnet er mit dem Wort 'Theisimus' und nennt die chinesischen Gelehrten 'Theisten'. Dem 'Deismus' Voltaires liegt die Ansicht zugrunde, dass die ganze Welt nur einen Gott anbetet, dass die Art der Anbetung aber verschieden ist. Er ist davon ĂŒberzeugt, dass in China von alters her die deistische Religion vorherrscht, wenn auch nur in den fĂŒhrenden und gebildeten StĂ€nden. Die Moralgesetze der deistischen Religion aber sollen nach ihm die Grundlagen der Staatsmoral bilden, nicht aber die Kirche mit ihrem Aberglauben und ihren persönlichen Interessen. So konstruiert er eine Kirchen freie Religion fĂŒr die oberen Schichten der chinesischen Bevölkerung und schildert, dass sie sich mit der Morallehre eines Epiktet, Marc Aurel oder Plato vergleichen lĂ€sst. WĂ€hrend der Kaiser und die Gelehrten die TrĂ€ger der chinesischen Religion sind, besitzt das niedere Volk eine andere Religion. Auch gegen der Vorwurf des Atheismus glaubt Voltaire den Deismus der chinesischen Gelehrten schĂŒtzen zu mĂŒssen. Wenn man behauptet, dass die Gelehrtenreligion keinen bestimmten Gottesbegriff habe, so antwortet er, dass es nicht so sehr auf die Fassung des Gottesbegriffes, als vielmehr auf sein Vorhandensein ankomme und dass die Chinesen diesen besitzen, da sie seit den Ă€ltesten Zeiten an einen einzigen Gott glauben. Allein die Kenntnis der modernen Geschichte genĂŒgt Voltaire, den Ritenstreit zugunsten der Chinesen auszulegen. Bedingungslos fĂŒr das Wesen einer Religion ist nach Voltaire das Vorhandensein einer Vorstellung vom Leben nach dem Tode. Er bestreitet nicht, dass in China viele Gebildete dem Materialismus verfallen sind, wesentlich ist fĂŒr ihn, dass ihre Sittlichkeit nicht darunter gelitten hat und dass sie ein höchstes Wesen verehren, an dessen Dasein sie nicht zweifeln. Er weist auch den Vorwurf zurĂŒck, dass die chinesische Religion das Menschenopfer kennt, wĂ€hrend er das Ernteopfer zugibt.
China sei nur deshalb von dogmatischen Streitigkeiten und ReligionskÀmpfen verschont geblieben, weil hier der Aberglaube keinen Boden gefunden habe. So sieht Voltaire den Wert der chinesischen Religion darin, dass sie frei von Fanatismus, Aberglauben und von kosmogonischen Spekulationen ist. Zwar leugnet er nicht, dass die Chinesen aberglÀubische Vorstellungen besitzen : so deuten sie aus den Sternen die Zukunft und die Schlange sehen sie als ein Sinnbild des Lebens.
Voltaire hĂ€lt die BeschĂ€ftigung, was nach dem Tode geschieht fĂŒr unproduktiv. Viel wichtiger sei es, im Leben die Tugend zu ĂŒben und an der Vervollkommnung der Seele im Diesseits zu arbeiten. Wer das tue, brauche den Tod nicht zu fĂŒrchten. Die chinesische Religion, die keinen Jenseitsglauben enthalte, lehre lediglich die Tugend um der Tugend willen zu ĂŒben. Er weiss aber, dass das chinesische Volk an ein Leben nach dem Tode glaubt, wie es die Ahnenverehrung beweise. Auch bezweifelt er nicht, dass die Idee der Seelenwanderung noch in grossen Teilen Indiens und Chinas herrsche, jedoch sei sie keine Religionsvorstellung, sondern erst durch die Lehre des Fo nach China gebracht worden.
Voltaire begeistert sich fĂŒr Confucius, da er der Sittenlehrer der Chinesen gewesen ist. Er hat weder eine Religion noch eine Kirche gegrĂŒndet, sondern eine Staatsmoral gelehrt, die nicht von kirchlichen Dogmen beeinflusst ist. Auch richtet Voltaire seinen Hass gegen die Kirche, will allgemeine Sittengesetze aufstellen und sieht in Confucius sein Vorbild. Im chinesischen Staat sieht er den vorbildlichen absoluten Staat verwirklicht, den, gestĂŒtzt auf die Ethik von Confucius, kein kirchliches Dogma und kein Bonzentum beherrschen. Die einfache und schlichte Lehre des Confucius, die dem Staatsgedanken der AufklĂ€rung entspricht, ist eine Lehre der Vernunft. Ihre Moral fordert, die Tugend zu ĂŒben und gerecht zu sein, um eine glĂŒckliche Menschheit zu schaffen.
1963
Basil Guy : Until the Essai Voltaire was not truly curious about China for its own sake, with the result that most of his attempts to work with Chinese material ended, for better or for worse, in 'chinoiseries'. These 'chinoiseries' represent only the knowing use of a theme which could not help but arouse a certain interest on Voltaire's part, but it was the very example of China which would help him to abandon this false track and set out upon a task which would be most important for himself and for his age. He openly attacked the "Discours sur lâhistoire universelle Ă Monseigneur le dauphin : pour expliquer la suite de la religion & les changemens des empires" de Jacques BĂ©nigne Bossuet, pretending to present merely his own views on history and the result of his own research. Meanwhile, he prepared Ă Discours sur l'historie universelle, un AbrĂ©gĂ© and even an Histoire gĂ©nĂ©rale which would all contribute to and be included in the complete edition of the Essai. Voltaire is never completely detached from his work and never did consider it completed, while his mind remained ever alert to many of the problems he had encountered in writing it. The nature of those problems, so closely linked together, pushed Voltaire to greater daring and perhaps to greater truths than he had known or suspected until then. But since he pretended to be all-inclusive and to shed some light on every part of the world as it was known in his day, it is natural that his curiosity touch on many disparate topics. Instead of the savant we might have expected to discover in him, we find a proselyte who thinks only of destroying those doctrines he detests. Sometimes his attacks were suggested by material that was incidental to any given passage.
China and her philosophers were no exeption to this procedure. They serve him only as an excuse for taunting the atheists, since more than sacred texts, more than the Holy Land or other exotic countries, Voltaire wanted to know that China whose antiquity enchanted him because it brought into question certain theological calculations which founded world history on the authority of the Bible. At the same time his knowledge would give Europeans, so proud of their civilization, a precious lesson in humility. Voltaire puts China in the vanguard of universal civilization. He assigns the most flattering rĂŽle in his history to this empire of the Far East by having it begin and end with China because that country represented to him the most ancient nation, the best ordered and the home of true wisdom. Voltaire did not risk much in denying the universality of the Flood 'Ă propos' of China. He was able to profit by the evolution of ideas. The discovery of Chinese antiquity contributed to the formation of the philosophic spirit but was also favoured by such a development. For as much as it profited by this progress, the idea of Chinese antiquity likewise profited by the weakening of people's faith in the value of the Bible as an historic document. The antiquity of Chinese chronology posed another, still greater, problem regarding the location of the cradle of humanity. Toward 1740 the argument in favour of Chinese antiquity had often been invoked, but no serious study of China was yet generally available in Europe. Part of Voltaire's great originality in dealing with the problem was that he took facts and dates proving Chinese antiquity from the Jesuits, and from the libertines analyses which made that antiquity much greater than did their common source. When he treats of the size and greatness of the country, he is led to conclude that since China is a large as formerly, its laws, its customs, its languages, and even the way in which its inhabitants dress cannot have undergone much change. For this reason, Voltaire states that he will limit himself to depicting the most important, the most 'creative' epochs of Chinese history. At this point, he at last begins to treat of Chinese history as such, and dwells briefly on the reign of Fuxi, who is suppoed to have lived some three thousand years before Christ and assumed the government of the fifteen kingdoms. In passing, Voltaire then mentions other monarchs, the burning of books, and the development of judicial procedure under the First Emperor being especially noteworthy for him. Althought he mentions the Roman embassy of 165 A.D. and the voyage of two Mohammedans. He then spends a little more time and effort in analyzing, in its proper place, the material he would use for the Orphelin, the advent of the Mongol dynasty under Cenghis Khan. Voltaire hoped to underline the fact that his history was an objective as possible, considered only humanity, and not the movements of God's 'mysterious ways'. For his errors, whether of fact or interpretation, are those of his guides, or even, those of his contemporaries.
Voltaire extended the field of his investigation and found at the other end of the world where it was impossible to separate truth from fiction, desire from reality, an idol almost without fault, the Qianlong emperor. His judgment on the Chinese monarch had been influenced by that sententious element in imperial bureaucracy which found expression in the long resounding phrases of edicts voicing an irreprochable morality. Yet in the Chinese political system, what seems to have made profound impression on Voltaire, was the rĂŽle of the tribunals. The Jesuits had nothing but the highest praise for most of these courts, the Six Councils of Beijing, forming the central body of the imperial government, to the viceroys and petty functionaries in the provinces. These councils consisted for the most part in confucian mandarins. Voltaire favoured an absolute monarchy where the judgments of the sovereign might be guided and controlled by incorruptible advisers. Nothing in all his writings approaches this ideal like his interpretation of the reciprocal action of the Chinese emperors and the Chinese courts.
In the beginning, since his sources claimed that the absolute government of China was founded on Confucian ethics, Voltaire repeated that judgment, believed it, and sat down to study this country where no religious dogma, no government by a priestly association, were sanctioned by the political authorities. Confucius had founded neither a new religion nor a new Church. He had mereley taught a traditional morality which had but fallen into disuse and in which there was no trace of dogmatism. His morality proclaimed that virtue is supreme and just, necessary to the peace and happiness of men. According to Voltaire, Confucius hat already interpreted this morality in such a way that it could easily be applied to reality ; to his strong personality and innate wisdom, the Chinese owe their political perfection. For Voltaire, Confucius represented the perfect 'philosophe', he who had found a solution to the problems of revealed religion, who in a word was the ideal deist. The lack of dogma in the formalities of the Confucian cult was for Voltaire a quality, or, a virtue ; for among other things, the religion which lacks a rigid form allows the free development of toleration. And it was in toleration as taught and practieced by Confucius that Volaire thought he had noted the essential characteristic of the Chinese people. Despite the fact that Confucianism had been praised for its moral values and not for its religious teachings, Voltaire persisted in repeating that since the beginning of their history the Chinese had possessed 'le culte simple du maĂźtre du Ciel'. He believed that he had found in the Middle Kingdom the flower of a tolerant religion, without dogma and without priests, a pure deism.
If Voltaire turned the Jesuits' misfortunes to his own advantage in attacking their cause, he did not hesitate to suppress their ideas when convenient. In general the missionaries had nothing but scorn for Buddhism, and Voltaire employs both their information and their arguments in his castigation of the sect. Confucianism ruled in China and that it was a reasonable, natural religions. The two other sects, Buddhism and Taoism, represented in his eyes a revealed religion whose basis is superstition, the tyranny of priests and ignorance. Hence it is obvious that when Voltaire speaks of Buddhism at this time, he means Christianity, with which Buddhism does have certain superficial resemblances. And when Voltaire reveals the ignorance, the rapacity, and the tyranny of the priests of Fo or the bonzes, he merely resorts to those problems which had frequently served beford his time had made famous : indirect attack, by analgy, and against Christianity.
At about 1740 Voltaire found himself faced by the problem of two religious currents which were not complementary, which were in effect contradictory : Chinese deism and Chinese atheism. Voltaire continues by discussing theocracy, the worst form of tyranny he can imagine. Thus, if the Chinese have never known a theocratic government, they are nonetheless not atheists. If the Chinese were atheists, they furnished the most striking proof of the existence and of the excellence of a moral code divested of any relationship with political or social morality, or even with religion.
Voltaire took the side of the Jesuits against the Law of the Church and painted the Chinese in glowing terms. His lively imagination pictured them as an almost perfect people, superior to those in whose midst he dwelled and where wit, intelligence, and learning counted for little. The distant people, Voltaire firmly believed, hat no priests like those who wore down his fighting spirit, none of those gross superstitions which inspired such rites as were practiced in his time. Respect for the aged and worship of a philosophic deity were their religion. They were possessed in consequence of a pternalistic government which for centuries had been in the hands of wise princes. Reason alone guided these men, and they had no need to base their morality on those mysterious dogmas which reason cannot explain. It was thus that Voltaire fell into error for attempting to fight alongside those Jesuits against whom he directed so many bitter and virulent attacks for the sake of China and her example.
1972
A. Owen Aldridge : Voltaire's knowledge on China was indirect, incomplete and superficial. It is no coincidence that he should be both a vociferous defender of Chinese culture and a caustic critic of primitivism. Voltaire admired the antiquity, the politeness, the intricate social organization of China, all qualities inimical to primitivism. He argued that the compiling of records attesting the existence of a vast empire is in itself proof that the organization of China into a political body must have taken place centuries before. Chinese antiquity was important for Voltaire, however, not so much for its effectiveness as an argument against primitivsm as for its even greater effectiveness as a symbol to be opposed to Hebrew tradition. The portrayal of Chinese civilization as flourishing in a highly advanced stage when the Hebrew as in its infancy served to disparage the latter. The argument of Chinese antiquity even more specifically damaged the Christian tradition by disputing Old Testament chronology and thereby bringing into question biblical authority as such. The Christian scriptures declare that the world was created in 4000 B.C. and that the great Flood covered the earth in 2300 B.C. ; yet reliable Chinese chronicles existing for 4000 years, implied an anterior existence of Chinese civilization for several more centuries : these chronicles make abolutely no reference to a universal inundation such as that described in Genesis. In pointing to the textual weaknesses of biblical chronology, Voltaire touched on another famous controversy in the history of ideas, one completely independent of the role of China in world culture, but nevertheless related to it. This controversy concerned the Age of the World â an attempt to discover how far in the past the earth as presently constituted came into being, what were the changes it had gone through, and whether the chronology and descriptions of the Bible are in accord with reality.
The role of China in the Voltairean philosophy was primarily to bolster his private system of deism, to further his attack on religious superstition and clerical domination, and to advance his plea for toleration. His Essai is justly celebrated as a pioneer work of anthropology, it can hardly be argued that his treatment of China represented a serious scholarly effort to understand oriental culture.
1989
Song Shun-ching : Dans son avant-propos Voltaire critique vĂ©hĂ©mment la mĂ©thode de Jacques BĂ©nigne Bossuet qui a donnĂ© une place privilĂ©giĂ©e aux juifs dans son Discours sur lâhistoire universelle (1681) et il met en avant la nĂ©cessitĂ© de faire figurer la Chine dans une histoire universelle : "Il eĂ»t Ă©tĂ© Ă souhaiter qu'il [Bossuet] n'eĂ»t pas oubliĂ© entiĂšrement les anciens peuples d'Orient, comme les Indiens et les Chinois, qui ont Ă©tĂ© si considĂ©rables avant que les autres nations fussent formĂ©es."
En montrant l'extrĂȘme anciennetĂ© de la Chine aux EuropĂ©ens, les missionnaires ont pu amener le public europĂ©en Ă prendre conscience non seulement des difficultĂ©s, mais aussi de leur joie et de leur mĂ©rite Ă parvenir Ă christianiser un pays si 'anciennement policĂ©'. Ces Ă©crits apologĂ©tiques sont devenus, par la suite, de prĂ©cieux documents historiques pour Voltaire qui s'en sert comme base dans son Ă©laboration de l'histoire de la Chine. Quelle belle dĂ©fense que de s'appuyer sur des sources irrĂ©futables, les publications des ordres religieux, pour rĂ©futer les apologistes qui remettent l'antiquitĂ© chinoise en question afin de protĂ©ger l'autoritĂ© des Ecritures saintes. Depuis la publication Sinicae historiae decas prima de Martino Martini [ID D1703] et malgrĂ© de nombreuses plĂ©miques, Fuxi semble ĂȘtre toujours considĂ©rĂ© par les EuropĂ©ens comme le premier monarque chinois. Lâessentiel pour Voltaire est 'la prodigieuse antiquitĂ©' de la Chine. Pour lui, rien ne peut diminuer la vlauer, l'authenticitĂ© de cette anciennetĂ©, mĂȘme les histoires mythiques qu'il a toujours condamnĂ©es comme superstitieuses ; une fois transformĂ©es par lui, elles sont devenues de solides arguments en faveur de l'antiquitĂ© chinoise. Il n'a pas oubliĂ© ce qui est encore plus important que lâanciennetĂ©, c'est lâexactitude de l'histoire. La valeur de lâhistoire ne tient pas uniquement au fait qu'elle est ancienne, il faut qu'elle soit avant tout vraie, exigence fondamental pour Voltaire historien. Comme tous les pays, la Chine possĂšde aussi une quantitĂ© d'ouvrages qui racontent son antiquitĂ© Ă travers des lĂ©gendes et des histoires mythiques, mais Voltaire nâa pas pu les connaĂźtre faute de traduction. En ce qui concerne la chronologie chinoise, Voltaire affirme qu'il n'en existe qu'une version, mais dans l'histoire chinoise la datation prĂ©cise, unanimement reconnue par tous les historiens, ne commence qu'Ă partir de 841 av. C., car avant cette date, l'histoire chinoise possĂšde des chronologies diffĂ©rentes qui varient selon les ouvrages historiques.
Au lieu de raconter l'Ă©volution de toute l'histoire chinoise, Voltaire sĂ©lectionne les Ă©vĂ©nements en se basant sur quelques-uns des empereurs les plus reprĂ©sentatifs, puis il nous apporte une histoire romanesque des coups d'Ă©tat et des anecdotes de la cour impĂ©riale. Il est impressionnĂ© par le conquĂ©rant tartare Gengis Kahn et rĂ©dige un chapitre entier Ă la gloire de ce personnage et de la dynastie mongole. Il y a de graves erreurs de ces personnages : Gengis Khan, avant sa mort, dĂ©signe son troisiĂšme fils Octai comme son successeur. A la mort d'Octai, son fils Guiyou (GĂŒyĂŒk) succĂšde au thrĂŽne et devient le grand Khan. L'autre erreur concerne les compagnons de Marco Polo. Il est accompagnĂ© par son pĂšre et son oncle et pas par son frĂšre et c'Ă©tait en 1275 et pas en 1260.
Voltaire semble ignorer les importants problĂšmes politiques posĂ©s Ă l'intĂ©rieur de la cour mongole, puisqu'il dĂ©crit le gouvernement mongol sinisĂ© rĂ©gnant plaisiblement en Chine. Il a trop idĂ©alisĂ© la situation sous la dynastie Yuan, non seulement en ce qui concerne la cour mongole, mais surtout la relation entre les Chinois et leurs envahisseurs. MĂȘme si Voltaire ignore le contenu des annales chinoises de cette Ă©poque, il doit au moins connaĂźtre l'Ă©pisode de la sĂ©dition organisĂ©e par le complot sino-khitan et citĂ©e par Marco Polo dans son rĂ©cit de voyage en Chine. Volaire, au courant de la chute de la dynastie Yuan des Mongols, conclut que la dĂ©faite du pouvoir mongol en Chine est due Ă des raison d'ordre religieux.
Voltaire décrit longuement la transition du pouvoir politique des Chinois aux Mandchous, une histoire symbolique qui illustre une fois encore la lutte entre la force des armes et celle des lettres. Le coup d'état présenté par Voltaire comprend deux éléments essentiels : l'un est l'assujettissement de l'empire chinois aux Mandschous, l'autre est la rebellion des Chinois, événement à l'origine de la tragédie qui eu lieu à la cour chinoise.
Pendant que l'empire chinois est troublĂ© par les guerres, les JĂŒrchen devient de plus en plus puissant. Voltaire dĂ©crit l'origine de ce peuple, mais il le confond avec le peuple mongol, et ainsi voit un retour du pouvoir aux mains des Tartares, il croit que ce qui s'est passĂ© sous la dynastie Song s'est rĂ©pĂ©tĂ© sous la dynastie Ming.
Tout les passages dĂ©lectionnĂ©s par Voltaire concernant lâhistoire de la Chine, nous constatons combien ses choix sont orientĂ©s. Les Tartares qui ont vaincu par deux fois l'empire chinois avec leur armes sont vaincus par la civilisation chinoise. Cette histoire romanesque des changements du pouvoir politique comporte avant tout une leçon philosophique destinĂ©e Ă illustrer l'optimisme voltairien qui croit au progrĂšs de l'humanitĂ© et d'une civilisation rationnelle. L'anciennetĂ© et l'exactitude de l'histoire chinoise solignĂ©es par Voltaire ont Ă©tĂ© choisies dans un but philosophique, telle est la vĂ©ritable intention de Voltaire historien.
Voltaire met l'accent sur la sociĂ©tĂ© et le peuple, et tout en dĂ©gageant le rĂŽle traditionnellement dominant de la religion dans les ouvrages historiques, il met lâhomme au premier plan. La prĂ©sence de Dieu est constante, mais c'est l'humanitĂ© qui est responsable de son destin et de sa propre histoire. La Chine occupe une place importante pour deux raisons : Voltaire veut dĂ©montrer la corrĂ©lation entre l'esprit, les moeurs du peuple et un 'pays policĂ©' et la discussion autour de l'origine du peuple chinois lâintĂ©resse beaucoup. Il nous dĂ©crit quelques caractĂ©ristiques de la sociĂ©tĂ© chinoise : un grand empire qui possĂšde de grandes villes, un pays prospĂšre qui bĂ©nĂ©ficie de la clĂ©mence de la nature qui l'a dotĂ© d'un clima favorable et de terre fertiles, et par-dessus tout, Voltaire s'attache Ă accentuer la grandeur du pay. En comparant l'Orient Ă l'Occident, il montre leurs diffĂ©rences et leurs ressemblances. Il est attachĂ© au thĂšme de la sociĂ©tĂ©, la nourriture, les vĂȘtements, les maisons, les arts, les usages ; tout est 'digne de l'attention d'un philosophe'. En outre, il croit en l'universalitĂ© de l'humanitĂ© : malgrĂ© toutes les diffĂ©rences entre les diffĂ©rents peuples, l'humanitĂ© possĂšde communĂ©ment 'les passions' et 'la raison', deux composantes de la 'police'. La nature, mĂšre nourriciĂšre de l'humanitĂ©, influence profondĂ©ment la sociĂ©tĂ©. Voltaire justifie le haut niveau de la civilisation des pays asiatiques par des causes naturelles, telles que la terre et le climat ; le systĂšme des impĂŽts, les villes, l'architecture et le systĂšme Ă©conomique avec son systĂšme monĂ©taire. La gĂ©ographie physique de la Chine est avantagĂ©e par trois excellentes conditions : l'immensitĂ©, la variĂ©tĂ©, et la position.
Voltaire condamne la puissance du rĂ©gime thĂ©ocratique et fĂ©licite la Chine comme le seul pays qui ne soit pas souillĂ© par ce rĂ©gime. Il pense que la Chine est une sociĂ©tĂ© qui a toujours gardĂ© ses moeurs originelles ; elle prĂ©sente donc un modĂšle exemplaire et une preuve des moeurs purement humains. La description des moeurs chinoises par Volaire est bien fragmentaire. Il a trouvĂ© quelques qualitĂ©s aux moeurs chinoises, telles que la douceur et la sagesse. Il est persuadĂ© d'une valeur suprĂȘme de lâesprit chinois : la sagesse Ă la fois tranqille et puissante, une force impalpable en apparence, mais irrĂ©sistible en profondeur ; elle est solidement liĂ©e Ă la civilisation du pays, et Ă cause d'elle, les moeurs chinoises sont plus raffinĂ©e que celles des Tartares. Aux yeux de Voltaire, les moeurs des Tartares sont horribles et empreintes de 'fanatisme'.
Parmi les nombreux rites et cĂ©rĂ©monies pratiquĂ©s Ă la cour chinoise, Voltaire porte un intĂ©rĂȘt particulier Ă deux d'entre eux : la cĂ©rĂ©monie 'kieng-tien' [jing tian] et le rite du labourage accompli par l'Empereur. A part des cĂ©rĂ©monies propitiatoires, il montre aussi que la cour chinoise est un modĂšle de tolĂ©rance. Voltaire ne s'est pas seulement intĂ©ressĂ© Ă ce qui se faisait Ă la cour chinoise, il s'est aussi penchĂ© sur le rĂŽle qu'y tenaient les personnages. MalgrĂ© ses principes politiques basĂ©e sur la morale, la cour chinoise est en rĂ©alitĂ© souvent trĂšs loin de l'image Ă©difiante donnĂ©e par Voltaire. Pour approfondir l'aspect matĂ©riel de la vie des empereurs, Voltaire a examinĂ© leurs finances.
Parmi les empereurs chinois, Kangxi, Yongzheng et Gaozong ont jouĂ© un rĂŽle significatif pour l'inspiration politique chinoise chez Voltaire. Il les a maintes fois mentionnĂ©s non seulement parce quâils sont ses contemporains, mais surtout en raison de l'accueil qu'ils on fait aux missionnaires europĂ©ens en Chine et Ă la cour impĂ©riale. De ces trois empereurs mandchous, celui qui obtien le plus de louanges de Voltaire est Kangxi. L'empereur Yongzheng succĂ©da Ă Kangxi et Voltire les a comparĂ©s. Lorsque Voltaire parle de la 'fermeteĂ©' et de la 'justesse' de Yongzheng, il fait surtout allusion Ă l'ordre impĂ©rial de bannir les missionnaires de la Chine. Ce qui fascine Voltaire chez l'empereur Gaozong, ce sont ses aptitudes Ă la poĂ©sie. Voltaire transforme ces trois empereurs en trois modĂšles symboliques : Kangxi : la tolĂ©rance, Yongzheng : la sagesse et la justesse, Qianlong : le poĂšte. Pour que l'image de ces trois empereurs ne soit pas tachĂ©e, il n'hĂ©site pas Ă Ă©carter les critiques concernant ces trois monarques, et mĂȘme Ă embellir leur portrait. Par consĂ©quent, son entreprise de transformer le portrait des empereurs chinois pour en faire des monarques idĂ©als est fondĂ©e sur une image doublement fausse.
En rĂ©sumant tous les passages de Voltaire concernant la constitution de la Chine, on peut les classer en deux grands thĂšmes : un systĂšme politique composĂ© de diffĂ©rents tribunaux et un gouvernement patriarcal. Voltaire est sĂ©duit par la rĂ©partition du pouvoir politique parmi les tribunaux. Il explique en dĂ©tail les fonctions de chaque tribunal et leur mĂ©canisme. La description des fonctions de chaque tribuanl est correcte, mais l'Ă©loge de Voltaire est un peu exagĂ©rĂ©. Le systĂšme des tribunaux, le rĂ©gime patriarcal et l'autoritĂ© paternaliste constitutent la forme du gouvernement chinois. Voltaire est surtout attachĂ© Ă examiner si les lois sont justes et humaines. A ses yeux, les lois dâun gouvernement exemplaire comme la Chine ne peuvent que possĂ©der des qualitĂ©s. Les lois chinoises rĂ©compensent bien la vertu ; le gouvernement montra sa gĂ©nĂ©rositĂ© et sa justice envers le peuple, il l'incite Ă bienveillance afin d'amĂ©liorer les moeurs de la sociĂ©tĂ©. Parmi les actes moraux exemplaires qui permettent d'obtenir le mandarinat de cinqiĂšme ordere, Ă par l'honnĂȘtetĂ©, le dĂ©intĂ©ressement du 'pauvre paysan' aux mains nettes, Voltaire a Ă©tonnamment oubliĂ© de mentionner un critĂšre trĂšs important pour ce pays au rĂ©gime patriarcal : la piĂ©tĂ© filiale. Quant Ă l'autre caractĂ©ristique des lois chinoises, considĂ©rĂ©e par Voltaire comme une exception dans la lĂ©gislation de l'humanitĂ©, elle est due Ă l'influence du confucianisme. Bien que le confucianisme soit la principale influence qui ait pesĂ© sur la politique chinoise, le gouvernement et ses lois ne sont pas aussi idĂ©als que veut le croire Voltaire. Ces lois justes et admirables, un systĂšme de tribunaux et une politique basĂ©e sur une constitution paternaliste reprĂ©sentent pour lui un modĂšle de gouvernement idĂ©al. En raison de la persĂ©cution des chrĂ©tiens, suite Ă la querelle des rites, beaucoup d'EuropĂ©ens ont condamnĂ© le gouvernement chinois ; leurs accusation gravitaient autour de lâathĂ©isme et le despotisme. Voltaire s'est engagĂ© dans ce dĂ©bat.
D'un cÎté, Voltaire accentue les qualités du gouvernement chinois : des tribunaux objectifs et une bienveillance patriarcale, et de l'autre cÎté, il écarte le mot 'despote' et ses interprétations qu'il considÚre comme des calomnies envers le gouvernement chinois. En somme, aux yeux de Voltaire, le gouvernement chinois est patricarcal et non despotique, car il a des tribunaux et des lois qui contrÎlent l'empereur.
AprĂšs le despotisme, l'autre accusation grave contre le gouvernement chinois est celle dâathĂ©isme. ConformĂ©ment Ă sa philosophie, Voltaire dĂ©fit la nature du gouvenement chinois comme fondĂ©e sur le thĂ©isme, et il exprime son hostilitĂ© envers l'athĂ©isme. Dans cette polĂ©mique sur l'athĂ©isme du gouvernement chinois, Voltaire rĂ©vĂšle sa vĂ©ritable attitude envers la religion. Sa dĂ©fense du gouvernement chinois constitut en quelque sorte une dĂ©claration de sa propre philosophie. Des rites Ă©difiants sont pratiquĂ©s par des empereus exemplaires et l'image de la cour chinois, sous la plume de Voltaire, abonde en sagesse et bontĂ©. L'autoritĂ© politique est harmonieusement partagĂ©e entre les tribunaux, et assurĂ©e par une structure sociale patriarcale oĂč le peuple est protĂ©gĂ© par des lois sages. PrĂ©sentĂ© par Voltaire, le gouvernement chinois suit une politique exemplaire. Cependant, si sa dĂ©fense du gouvernement chinois contre l'accusation de despotisme reste trĂšs discutable, sa victoire dans la polĂ©mique autour de l'athĂ©isme de la Chine est incontestable. La politique de l'empire chinois est le thĂšme le plus explitĂ© par des libre-penseurs aux fins de nier la religion et de valoriser l'athĂ©isme. Mais Volgaire n'a pas simplement dĂ©noncĂ© cette malice, il a aussi fait face Ă la multiplication des critiques concernant la politique chinoise, suite Ă la montĂ©e du courant sinophobe Ă son Ă©poque.
Si Voltaire loue la piĂ©tĂ© filiale et le respect des Chinois pour leurs parents comme une vertu fondamentale du point de vue de la sociĂ©tĂ© et de la politique, il n'admet pas l'application de cet esprit dans tous les domaines. Il ne condamne pas simplement l'esprit de respect des Chinois pour leurs ancĂȘtres, il lui reproche aussi d'avoir entraĂźnĂ© le peuple chinois Ă rester dans l'ignorance et il met en question le systĂšme de sĂ©lection par les examens au mandarinat. L'image de l'Ă©ducation et des examens et pour lui la consĂ©quence d'une prĂ©dominance excessive et prolongĂ© du confucianisme.
La religion est un sujet capital dans les oeuvres de Voltaire : sa façon de traiter ce sujet et ses prises de position rĂ©vĂšlent un des traits les plus marquqnts de la personnalitĂ©. NĂ© et Ă©levĂ© dans un milieu trĂšs chrĂ©tien, il a eu l'occasion de bien Ă©tudier et observer le monde religieux. Il s'appuie sur le rationalisme et l'humanisme, hĂ©ritĂ©s de son Ă©ducation chez les jĂ©suites, et il se met Ă rĂ©flĂ©chir sur la question religieuse afin de trouver une issue pour sa croyance. AntichrĂ©tien, sans aucun doute, mais athĂ©e, certeinement pas, car Ă aucun moment, il n'a acceptĂ© la condamnation. Sa dĂ©ception devant le christianisme l'amĂšne Ă orienter son regard vers les religions exotiques telles qu'islamisme, buddhisme, lamaĂźsme et taoĂźsme ; il a tentĂ© de dĂ©couvrir une vraie religion universelle qui serait diffĂ©rente du catholicisme. Malheureusement, ses connaissances et sa capacitĂ© sont limitĂ©es par la langue et la distance, il ne peut comprendre le monde extĂ©rieur qu'Ă travers les Ă©crits et les traductions des voyageurs, et surtout, des missionnaires. La 'religion' des lettrĂ©s chinois a Ă©tĂ© magnifiĂ©e par certains missionnaires de la cour impĂ©riale pour mieux propager l'Evangile dans tout l'empire chinois. En fait, cette 'religion' qui consiste Ă adorer 'un seul Etre SuprĂȘme' est issue du confucianisme qui n'est pas une vĂ©ritable religion, mais plutĂŽt une philosophie, et c'est la raison pour laquelle il pouvait bien ĂȘtre acceptĂ© par les missionnaires chrĂ©tiens en Chine. Cette religion qui ne croit qu'en l'existence d'un seul dieu est pratiquĂ©e par l'Ă©lite ; les philosophes chinois inspirent Voltaire qui est en quĂȘte d'une religion plus 'simple' et 'naturelle' et qui n'admet ni superstition ni fanatisme ou clergĂ©. Il est donc bien content de trouver une religion qui corresponde tout Ă fait Ă son idĂ©e de 'religion naturelle'. Il est fascinĂ© par la religion spirituelle des lettrĂ©s chinois, mais qu'en mĂȘme temps il critique sĂ©vĂšrement les religions du peuple. Le fait que la religion chinoise admette l'existence de plusieurs dieux, Voltaire, qui a tant insistĂ© sur son principe thĂ©ologique d'un Etre SuprĂȘme qu'il a trouvĂ© idĂ©alisĂ© dans l'empire chinois.
La division de la religion entre le peuple et l'Etat en Chine est évidente aux yeux de Volarie parce qu'il existe deux composantes bien distinctes dans ce pays. Cette division de la religion chinoise en deux parties n'est pas une idée de Voltaire, elle fait partie d'une vision adroite dont les missionnaires euopéens sont les auteurs. Pendant la querelle des rites, les missionnaires, et en particulier les jésuites, se sont beaucoup appuyés sur la religion spirituelle des lettrés chinois pour justifier leur prise de position. Voltaire ne pouvait pas savoir que la religion a considérablement influencé le pouvoir politique des dynasties chinoises. En condamnant toutes les religions, Voltaire tente de prouver que la religion des lettrés confucéens et du gouvernement chinois est une illustration de son théisme.
Voltaire a condamnĂ© presque toutes les religions comme relevant de la superstition et du fanatisme. Cependant, il a rĂ©ussi Ă trouver dans la religion des lettrĂ©s chinois toutes les qualitĂ©s qui rĂ©pondent Ă son idĂ©al dâune religion. Voltaire ne voit que ridicule et fanatisme chez le bouddhisme et n'aprĂ©cie pas la doctrine taoĂŻste. L'histoire du catholicisme prĂ©sentĂ©e par Voltaire s'arrĂȘte toujours Ă la persĂ©cution des missionnaires Ă©trangers en Chine, car il n'en a jamais voulu prĂ©ciser les dĂ©tails. Chaque fois que Voltaire prĂ©sente le christianisme en Chine, il met l'accent sur les divergences des missionnaires et les conflits d'ordre religieux en Europe. Voltaire a constatĂ© qu'avant l'arrivĂ©e du christianisme, le judaĂŻsme et l'islam avaient dĂ©jĂ pĂ©nĂ©trĂ© dans l'empire chinois et qu'ils avaient formĂ© de petites communautĂ©s, co-existant en paix en Chine. C'est pour lui une autre preuve de la tolĂ©rance de l'empire chinois.
Si on compare l'image de la religion des lettrĂ©s chinois avec celle du peuple, le contraste est bien frappant. Voltaire identifie sa religion idĂ©ale avec celle des lettrĂ©s confucĂ©ens et il s'identifie avec Confucius. Il aime utliser la formule : "Je voux embrasse en Confucius" dans sa correspondance ; et plusieurs fois, dans les lettres Ă d'Alembert, il dit : "Je m'unis Ă vous en Socrate, en Confucius... ". Il Ă©crit Ă Thieriot : " ... je n'aime de tous les gens de son espĂšce que Confucius, aussi j'ai son portrait dans mon oratoire, et je le rĂ©vĂšre comme je dois". Le goĂ»t exotique de l'Ă©poque n'est pas une explication pour justifier la passion de Voltaire pour Confucius. Il est fascinĂ© par l'influence du confucianisme en Orient et il s'engage en faveur de la pensĂ©e confucĂ©enne dans les dĂ©bats philosophiques. Il est trĂšs important pour lui de dĂ©montrer que 'la religion' de Confucius n'est pas divinisĂ©e et il essaie de prouver, que le confucianisme qui influence Ă©normĂ©ment la politique chinoise n'est basĂ© que sur 'les anciennes lois' du pays. La morale confucĂ©enne s'appuie sur des rĂšgles, des devoirs de relations sociales ; les enseignements sont bĂątis sur des lois anciennes et l'observation de la nature humaine. Voltaire y trouve le meilleur modĂšle pour illustrer sa philosophie. Il cite une grande quantitĂ© de maximes confucĂ©ennes sans prĂ©ciser les sources ; il transforme librement ses jugements et ses interprĂ©tations en modifiant selon son goĂ»t et ses besoins. Voltaire pense que le temps du confucianisme est 'le temps le plus heureux et le plus respectable' de la terre. La sagesse, la tolĂ©rance, la bienveillance chez les empereurs chinois, la douceur et l'harmonie des moeurs chinoises prĂ©sentent un charme irrĂ©sistible aux envahisseurs tartares. Cette image positive de la Chine voltarienne est essentiellement due Ă l'influence du confucianisme. Il n'ignore pas, que certains des ses contemporains europĂ©ens ne partagent pas son enthousiasme. Les condamnations gravitent autour de la superstition, de l'idolĂątrie et de lâathĂ©isme.
Voltaire constate que la connaissance des sciences et des arts, bien qu'existant depuis longtemps en Chine, a malgré tout fait peu de progrÚs, et que l'empire chinois 'anciennement policé' a bien besoin de l'aide des missionnaires européens. L'astronomie n'est pour lui pas qu'un exposé documentaire, elle lui fournit aussi une preuve de 'la police' de l'empire servant à démontrer le bien-fondé de ses idées philosophiques. Voltaire dit que les Chinois observent les éclipses depuis deux mille cent cinquante-cinq ans avant notre Úre et il expose comment les Chinois ont appliqué cette science dans leur vie et dans l'usage du calendrier. Outre les observations, il remarque aussi l'usage des instruments astronomiques et il connaït la contribution des missionnaires.
Il présente les inventions de la Chine : le papier, la poudre, la boussole, l'imprimerie et les usages 'des propriétés du triangle rectangle', les cloches, les quadriges et l'élevages des vers à soie. Il présente la porcelaine de Chine et l'imitation et l'influence de la porcelaine chinoise en Europe. Il cite l'usage des chariots armés and l'art de la guerre et la connaissance des mathématiques. Pour lui la théorie de la médecine chinoise n'est qu'ignorance et erreur.
La Grande muraille et les grands canaux sont considĂ©rĂ©s par Voltaire comme les modĂšles exemplaires et incomparables de l'esprit humain. Il prĂ©sente l'art dramatique, le roman et les spectacles en Chine, la peinture et il critique la musique. Voltaire loue aussi dans les arts et les belles-lettres chinoises la 'veritĂ© simple' qui vaut mieux que les 'paroles Ă©tranges', les 'comparaisons gigantesques et forcĂ©es' et les 'Ă©nigmes' qui existent dans tous les autres pays d'Asie. Il mentionne Ă plusieurs reprises les cinq grand classiques [Shi jing, Shu jing, Li ji, Yi jing, Chun qiu]. Si, dĂ©jĂ pour Voltaire, ces classiques Ă©taient considĂ©rĂ©s comme un monument historique de la civilisation chinoise et und prouve d'anciennetĂ© et supĂ©rioritĂ© de la culture, le public europĂ©en, en revanche, n'en a pris connaissance que tout rĂ©cemment. Voltaire aime montrer le contraste entre la richesse et l'anciennetĂ© des civilisations orientales et la pauvretĂ© des connaissances occidentales. Il est fascinĂ© par l'Ă©criture et l'existence des caractĂšres chinois lui fournit une autre preuve de l'anciennetĂ© et du 'raffinement de la sociĂ©tĂ©' chinoise. Il condamne la langue chinoise comme facteur entravant les progrĂšs scientifiques et qu'il propose mĂȘme aux Chinois de romaniser leur langue afin d'amĂ©liorer le sort de la science chinoise.
1989
Etiemble : Voltaire est le premier qui tire de l'antiquitĂ© de la Chine toutes les consĂ©quences qu'elle comporte. Avec beaucoup de ses contemporains, Voltaire a exaltĂ©, dans le gouvernement et les moeurs de la Chine, les qualitĂ©s morales et politiques par lesquelles ces moeurs et ce gouvernement semblaient l'emporter sur les institutions et les usages de l'Europe. Il a pourtant regrettĂ© que les Chinois n'aient pas su porter les arts, les sciences et les techniques aussi loin que les peuples occidentaux. Mais, alors que beaucoup d'EuropĂ©ens, et notamment ceux des missionnaires qui dĂ©ploraient l'imperfection chinoise, voyaient dans cette infĂ©rioritĂ© allĂ©guĂ©e une preuve de la supĂ©rioritĂ© chrĂ©tienne, quelque goĂ»t que marquĂą Voltaire pour les sciences de la nature, et quelque confiance qu'il affichĂąt dans les progrĂšs de l'esprit humain, la sinophilie systĂ©matique dont il faisait profession lui souffla des arguments pour absoudre les Chinois. C'est ainsi qu'il excuse ceux qui avaient inventĂ© la boussole et la poudre de nâavoir pas cherchĂ© Ă en tirer le mĂȘme parti que l'Occidcent. Voltaire approuve les Chinois de n'avoir perfectionnĂ© aucun des arts, aucune des sciences, puisqu'ils ont joui 'avec profusion de ce quâils connaissaient enfin ils Ă©taient heureux autant que la nature humanie le comporte'. Pour admirer ses Chinois, il lui suffit qu'ils aient prĂ©cĂ©dĂ© dĂšs longtems l'Europe "dans la connaissance de tous les arts nĂ©cessaires", Ă©tant bien entendu que l'art d'imprimer les livres entre tous est 'nĂ©cessaire'. Or, il lui plaĂźt de rĂ©pĂ©ter que la Chine Ă©tait pleine d'imprimĂ©s quand nous ne savions ni lire ni Ă©crire.
Voltaire prĂ©sente un idyllique tableau de la religion des Chinois, tableau qu'il est trop facile d'opposer aux erreurs et aux horreurs de la politique catholique ou chrĂ©tienne. Autant Voltaire est bien placĂ© pour connaĂźtre les ridicules et les crimes de la religion qui se rĂ©clame du Christ, autant il es mal renseignĂ© sur les religions de la Chine. Du bouddhisme abĂątardi, des superstitions taossĂ©istes, qu'il n'entrevoit qu'Ă travers ce que veulent bien lui en dire ses informateurs jĂ©suites, il sait trop peu de chose. Toute sa science consiste Ă exalter, sous le nom des religions chinoises, la pensĂ©e que les jĂ©suites prĂȘtent Ă Confucius et qui serait en harmonie préétablie avec sa pensĂ©e Ă lui.
Il est tout naturel que Voltaire ait pris contre les bouddhistes et leurs bonzes le parti des lettrés et du pouvoir central lorsque celui-ci, avec l'aide de l'administration confucéenne, essaya de mettre fin aux abus économiques, religieux et politiques qui se camouflaient sous la religion de Fo.
1990
Willi Berger : Voltaire steht im Mittelpunkt der europĂ€ischen China-Begeisterung des 18. Jahrhunderts. In seinem Werk sammelt sich alles zu einer kulturphilosophischen Ideologie, was an chinesischen EinflĂŒssen und Anregungen bei andern Autoren verstreut erscheint oder nur ein gelegentliches Interesse erweckt hat. Dabei ĂŒbernimmt er wie die meisten anderen die sinophil gefĂ€rbten Berichte der Jesuiten und verwendet sie fĂŒr seine Zwecke.
Voltaire versucht nicht, die fremde Kultur der eigenen möglichst anzunĂ€hern, er lĂ€sst sie vielmehr in ihrem kulturgeographischen und historischen Eigenwert gelten, fasst sie als Herausforderung auf, der sich Europa zu stellen hat und hebt immer wieder vor allem die ZĂŒge hervor, welche die eigenen Errungenschaften, die vermeintliche europĂ€ische Ăberlegenheit relativiert. Im einzelnen ist Voltaires China-Bild konventionell, es gibt die ĂŒblichen Lob-Topoi, die sich ausser auf das Alter der chinesischen Kultur auf die Grösse des Reiches, auf die Vorbildlichkeit des Regierungssystems, auf die Erfindung der Seiden-, Papier- und Porzellanherstellung, des Buchdrucks und des Schiesspulvers beziehen. Es gibt aber auch durchaus kritische Anmerkungen, so den Topos von der Stagnation der chinesischen Kultur im allgemeinen, wofĂŒr Voltaire die angeblich auf einer primitiven Entwicklungsstufe verharrende chinesische Sprache und Schrift zum Beweis nimmt. Dann ĂŒbt er Kritik an der im Vergleich zu Europa mangelhaft entwickelten Medizin, an der chinesischen Musik und Malerei. Verwundert ist er ĂŒber den astrologischen Aberglauben und er stellt fest, dass die Chinesen, wenn sie auch in der Astronomie und Geometrie weit frĂŒher als die EuropĂ€er zu grundlegenden Erkenntnissen vorgestossen sind, unfĂ€hig seien, darĂŒber hinauszugehen.
Voltaire leugnet nicht, dass alle Laster bei den Chinesen so gut existieren wie sonst in der Welt, nur, fĂŒgt er hinzu, dass man nicht das ganze China verdammen darf. Voltaires Urteil ĂŒber den chinesischen Staat und die chinesische Kultur ist von einer unzweideutigen Sympathie geprĂ€gt. Wenn China eine Despotie ist, so ist es doch eine Despotie, die auf Tugend und Moral begrĂŒndet ist, ein Land, das daher mit andern ĂŒberhaupt nicht vergleichbar ist. Es ist aber nicht Tugendhaftigkeit an sich, die China regiert, sondern Tugendhaftigkeit als System, die Administration und Justiz. Es stört ihn keineswegs, dass im chinesischen Feudalismus die höchste richterliche Gewalt auch in den HĂ€nden des Kaisers lag, im Gegenteil : da der Kaiser nichts anderes sein kann als ein weiser Herrscher, der nicht allein das Gesetz verkörpert, sondern sich ihm zugleich unterwirft, ist jede Gefahr des Missbrauchs dieser MachtfĂŒlle gebannt.
Voltaire verwahrt sich dagegen, dass man die Chinesen Atheisten nennt. Ihre Religion kennt zwar keine Jenseitsvorstellung mit den Belohnungen und Strafandrohungen des christlichen Glaubens, aber das ist nur ein Beweis fĂŒr ihre 'AntiquitĂ©', denn auch der Pentateuch weiss nichts vom ewigen Leben. Wenn man sie, wie die Dominikaner etwa, der Idolatrie bezichtigt, so beruht das auf einem grĂŒndlichen MissverstĂ€ndnis ihrer Riten, man verwechselt einen hĂ€uslichen Schrein, wie er im Mittelpunkt der Ahnenverehrung steht, mit einem Altar, der eine gewöhnliche Ehrenbezeigung ist. Nie aber ist die chinesische Religion durch 'Fabeln', das heisst durch Legenden und Wundergeschichten entehrt, nie auch durch Streitigkeiten und Kriege beschmutzt worden. Diese Religion ist ersichtlich in der 'religion des lettrĂ©s', nĂ€mlich im Konfuzianismus. In dem geschönten Bild, das Voltaire gibt, ist zugleich eine Apologie jenes religiösen Rationalismus zu erkennen, den er selbst vertritt und dem er den Namen 'Deismus' gegeben hat. Keine Gnade findet das buddhistische und taoistische China. Die AnhĂ€nger Laozis nennt er eine Sekte, die an böse Geister, Zauberpraktiken und religiöses Blendwerk glaubt. Konfuzius ist fĂŒr ihn kein Prophet, sondern vielmehr ein Weiser, der mit der Moral Epiktets verglichen werden kann. Das konfuzianische China als utopisches Modell einer idealen Gesellschaft, Konfuzius gleichsam als mythische Vorwegnahme der europĂ€ischen AufklĂ€rung in China und Voltaire selbst wiederum, der in das Portrait dieses Konfuzius auch seine eigenen ZĂŒge, sein eigenes SelbstverstĂ€ndnis heimlich eingezeichnet hat, zeigt, wie sehr sein China-VerstĂ€ndnis und AufklĂ€rungspropagande miteinander verschmolzen gewesen sind.
1992
Fang Weigui : Voltaire erschliesst dem europĂ€ischen historischen Bewusstsein einen völlig neuen Aspekt des Raumes und der Zeit und springt damit endgĂŒltig jenen traditionellen Rahmen des mittelalterlichen, auf die Theologie gegrĂŒndetes Geschichtsbild mit dem Mittelmeergebiet als Zentrum. Er hat ein wunderschönes Bild von China gezeichnet, ein Bild des aufgeklĂ€rten Despotismus, in dem die 'Religion einfach, weise, gerecht und frei' sei. Deismus, naĂŒrliche Moral, religiöse Duldsamkeit, aufgeklĂ€rter Absolutismus usw., die Voltaire in 'seinem China' sieht, weisen grosse Ăhnlichkeit mit den China-Vorstellungen von Leibniz und Wolff auf, wĂ€hrend Voltaire unverkennbar eine Zeitkritik hervorhebt. Voltaire, der Hauptvertreter der China-Begeisterung in Frankreich und der BekĂ€mpfer der Kirche, schöpft seine Kenntnis aus den Schriften der Jesuitenmissionare. Er wertet die chinesische Kultur im Dienst der Kritik gegen die religiösen und kirchlichen AutoritĂ€ten. FĂŒr ihn gibt es nichts sinnwidrigeres, als die Bekehrungsversuche der Jesuiten.
1996
Andreas Pigulla : Voltaire ist radikal in der Ablehnung der Bibel als Ausgangspunkt fĂŒr Historiographie. Aus der Bibel abgeleitete Ursprungsvorstellungen und Wanderungshypothesen sind fĂŒr ihn 'conjectures forcĂ©es'. Von der Schwierigkeit, den historischen Prozess Chinas in seiner BewegungsqualitĂ€t zu beurteilen, fĂŒhlt sich Voltaire befreit. Er stellt fest, dass die chinesische Zivilisation, und dies ist sein SchlĂŒssel zur Erfassung der fremden Geschichte, 'incontestable dans les choses gĂ©nĂ©rales' ist. Dies ist fĂŒr ihn aber kein Grund zur Kritik, denn VerĂ€nderung erscheint ihm hier auch nicht mehr notwendig : die chinesische Zivilisation ist fĂŒr ihn auf dem denkbar höchsten Niveau angelangt. Der fĂŒr die spĂ€tere Chinarezeption zentrale Topos der Stagnation wird von Voltaire nicht benutzt, wenngleich er durchaus Hinweise auf Entwicklungshemmungen registriert. Er verzichtet darauf, die besonderen Eigenschaften, die er den Chinesen zuschreibt, zur Abgrenzung einer ĂŒberlegenen europĂ€ischen Zivilisation zu funktionalisieren. Damit wĂŒrde er seinem primĂ€ren Anliegen, anhand der idealisierenden Beschreibung Chinas seine Vorstellungen von rationalistischer Staatsverfassung in Form eines aufgeklĂ€rten Absolutismus und Deismus zu prĂ€sentieren, zuwiderlaufen. Obwohl er die Völkergeschichten nach wie vor in einer von Ost nach West verlaufenden Abfolge darstellt, sieht er sich nicht mehr an die Raumvorstellung der 'Vier Weltreiche' gebunden. China, ausserhalb dieses Konzepts, relativiert im 'Essai' den ehemals einlinig verlaufenden Entwicklungsgedanken. Voltaires Ausgangspunkt bei der Beschreibung Chinas ist sein 'principe de la raison universelle'. Im Kulturvergleich mit Europa hebt er die fĂŒr ihn besonders vernĂŒnftige Staatsform des chinesischen Kaiserreichs hervor. Ideal findet er an ihr, dass nicht wie in Europa ein religiöser Aberglaube vorherrsche, sondern eine Bildungselite nach moralischen Werten den Herrscher anleiten könne. Gerade aber die 'opinion' gesellschaftlicher Eliten ist nach Voltaires VerstĂ€ndnis Ursache geschichtlicher Entwicklung, die solange anzudauern hat, bis das Ideal der Herrschaftsform und Gesellschaftsordnung gefunden ist. China dient ihm in herausragender Weise als Folie zur Kritik an den politischen und gesellschaftlichen VerhĂ€ltnissen in Europa. Von dieser Konstellation abweichende Interpretationen der ostasiatischen und europĂ€ischen Kultur werden von ihm mit scharfer Kritik ĂŒberzogen. Voltaires Einfluss auf Weltgeschichtsschreibung, Geschichtsphilosophie, Kulturgeschichtsschreibung und Chinarezeption der SpĂ€taufklĂ€rung ist ausserordentlich gross. Er reicht allerdings nicht so weit, dass auch seine Perpektivierungen und Wertungen ĂŒbernommen werden.
2003
Lee Eun-jeung : Voltaire betrachtet China mit den Augen eines Historikers. Er ist nicht von einer willkĂŒrlichen Systematik befangen, wie es bei Rousseau und Montesquieu der Fall ist. Deshalb geht er auch unbefangen an die ihm zur VerfĂŒgung stehenden Materialien heran. Er lĂ€sst sie vielmehr in ihrem kulturgeographischen und historischen Eigenwert gelten. Er fasst die chinesische Kultur als Herausforderung auf, der sich Europa zu stellen habe. In seiner Korrespondenz und in der Thematisierung des Chinesischen in seinen Werken, macht Voltaire deutlich, dass er die auf Toleranz und philosophische Gelassenheit gegrĂŒndete chinesisch-konfuzianische Moral der fanatischen Unduldsamkeit des Christentums fĂŒr ĂŒberlegen hĂ€lt. Er hebt die 'AnciennitĂ€t' und Ăberlegenheit der chinesischen Kultur im Vergleich zur jĂŒdisch-christlich-europĂ€ischen Kultur mit Nachdruck hervor, betont die viel weiter als die abendlĂ€ndische Geschichtsschreibung zurĂŒckreichende historische Ăberlieferung und die technischen Errungenschaften, die man in China viel frĂŒher als in Europa gemacht hat. Voltaire leugnet keineswegs, dass es in China, wie in allen anderen LĂ€ndern auch, Laster jeglicher Art gebe. Seine Sympathie gilt vor allem der staatlichen Organisation und der chinesischen Religion. Im Mittelpunkt der ersteren steht Konfuzius, der GrĂŒnder dieses vortrefflichen Gelehrten- und Beamtenstaates und ein Weiser, dessen Moral 'so rein und streng und zugleich ebenso human, wie die des Epictet' sei. Das konfuzianische China ist fĂŒr ihn das Modell einer idealen Gesellschaft und er benutzt es als Waffe in seinen antiklerikalen Attacken.
2003
Werner LĂŒhmann : Voltaires Scharfsinn seiner Gedanken und die PrĂ€gnanz seiner in zahlreichen Schriften gedruckten Ăusserungen zu Geschichte und Philosophie, zur Staatslehre und zu Fragen der praktischen Moral trugen ebenso wie sein persönlicher Einfluss auf die Grossen der Zeit nicht wenig zu einer neuen kritischeren Sicht vieler Bereiche des geistigen und kulturellen Lebens am Vorabend der Französischen Revolution bei. Hierbei unterzog Voltaire auch die hochgerĂŒhmte Sittenlehre der Konfuzianer einer zwar in mancherlei Hinsicht voreingenommenen, gleichwohl aber genauen und differenzierenden PrĂŒfung, an deren Ende eine teils wohlwollende, teils aber auch kritische Neubewertung stand. ZunĂ€chst berichtet er detailliert ĂŒber die verschiedensten Aspekte der wirtschaftlichen Lebens der Chinesen, erwĂ€hnt deren rasches Bevölkerungswachstum und die sich daraus ergebenden Probleme, um sich dann den Wissenschaften sowie der aus seiner Sicht staatstragenden konfuzianischen Morallehre zuzuwenden. Dabei gilt seine Bewunderung im besonderen dem Prinzip des Gehorsams auf der einen wie dem der FĂŒrsorge auf der anderen Seite. Das Kapitel ĂŒber die Religion beginnt Voltaire mit dem Hinweis auf die Gerechtigkeit als dem Hauptmerkmal der von Konfuzius begrĂŒndeten Sittenlehre der Chinesen. Was dem Vertreter eines aufgeklĂ€rten Deismus indessen am meisten beeindruckt, ist die nach seiner Meinung in der konfuzianischen Lehre aufscheinende Vorstellung eines abstrakten Gottesbegriffs, womit zugleich dem Vorwurf begegnet werden könne, die Chinesen seien streng betrachtet eigentlich ein Volk von Atheisten. Ein durch die allgemeinen Naturgesetze begrĂŒndete universelle Moral, deren vornehmste AusprĂ€gung das Ideal der Gerechtigkeit ist, scheint nach Auffassung Voltaires in der konfuzianischen Staatslehre auf.
ErwÀhnte Personen (1)
Themengebiete (2)
- Geschichte âș China âș Allgemein
- Literatur âș Westen âș Frankreich