Jahr
1940
Text
Lin, Tongji. Nicai Salatusiteda de lian zhong yi ben [ID D18316].Lin schreibt über die Übersetzungen von Xu Fancheng und Xiao Gan. [Nietzsche, Friedrich]. Suluzhi yu lu [ID D18331] und [Nietzsche, Friedrich]. Zalatushitela ru shi shuo [ID D18351] :Nietzsches Lehre wurde in der Zeit des 4. Mai von Lu Xun und Guo Moruo u.a. auszugsweise vorgestellt. Diese ganz primäre Beschäftigung war leider nicht mehr weiter vor sich gegangen, so dass der 'mit dem Hammer philosophierende' Philosoph mit seinen Ideen über das gesunde, mutige, starke und grosse Leben seit 20 Jahren keinen Einfluss auf die geistige Welt in China hatte. Ich habe zunächst die Ausgabe von Xu Fancheng gelesen, weil man sagte, dass er aus dem deutschen Originaltext übersetzt habe und dass er bei seiner Nietzsche-Forschung erfolgreich sei. Nachdem ich zu der zweiten Seite seiner Übersetzung gelangt war, hatte ich an der Übersetzung etwas auszusetzen. Etwa bei der dritten Seite wusste ich mir nicht mehr zu helfen. Als ich noch eine oder zwei Steiten weiterblätterte, wendete ich mich wütend ab. Da war mir schon bewusst, dass dieser Herr Nietzsche ganz missverstanden hat. Auch bezüglich der Übersetzungsausgabe von Xiao Gan war ich skeptisch. Tatsächlich war er wie Xu Fancheng von gleichem Schlag. Obwohl alles in chinesischer Sprache geschrieben ist, habe ich doch das Gefühl, dass alles im Schlag gesprochen ist. Ich weiss nicht, mit welcher Sprache er übersetzt hat. Mein Urteil dazu lautet : Ihr Chinesisch ist umständlich und verwirrend ; die Übersetzer verstehen den Originaltext nicht. Unflüssiges Chinesisch hängt mit Lernen und Talent zusammen. Hier geht es aber um die Moral- und Charakterfrage. Sie verstehen das Originalwerk nicht, tun aber so, als ob sie Experten wären. Das Übersetzen ist eine wichtige Sache, denn das Übersetzen sieht man als ein Werkzeug für die Vorstellung anderer Kulturen an, was für eine andere Nation notwendig ist. Die Begegnung mit anderen Kulturen macht eine Voraussetzung für die…
Lin, Tongji. Nicai Salatusiteda de lian zhong yi ben [ID D18316].
Lin schreibt über die Übersetzungen von Xu Fancheng und Xiao Gan. [Nietzsche, Friedrich]. Suluzhi yu lu [ID D18331] und [Nietzsche, Friedrich]. Zalatushitela ru shi shuo [ID D18351] :
Nietzsches Lehre wurde in der Zeit des 4. Mai von Lu Xun und Guo Moruo u.a. auszugsweise vorgestellt. Diese ganz primäre Beschäftigung war leider nicht mehr weiter vor sich gegangen, so dass der 'mit dem Hammer philosophierende' Philosoph mit seinen Ideen über das gesunde, mutige, starke und grosse Leben seit 20 Jahren keinen Einfluss auf die geistige Welt in China hatte. Ich habe zunächst die Ausgabe von Xu Fancheng gelesen, weil man sagte, dass er aus dem deutschen Originaltext übersetzt habe und dass er bei seiner Nietzsche-Forschung erfolgreich sei. Nachdem ich zu der zweiten Seite seiner Übersetzung gelangt war, hatte ich an der Übersetzung etwas auszusetzen. Etwa bei der dritten Seite wusste ich mir nicht mehr zu helfen. Als ich noch eine oder zwei Steiten weiterblätterte, wendete ich mich wütend ab. Da war mir schon bewusst, dass dieser Herr Nietzsche ganz missverstanden hat. Auch bezüglich der Übersetzungsausgabe von Xiao Gan war ich skeptisch. Tatsächlich war er wie Xu Fancheng von gleichem Schlag. Obwohl alles in chinesischer Sprache geschrieben ist, habe ich doch das Gefühl, dass alles im Schlag gesprochen ist. Ich weiss nicht, mit welcher Sprache er übersetzt hat. Mein Urteil dazu lautet : Ihr Chinesisch ist umständlich und verwirrend ; die Übersetzer verstehen den Originaltext nicht. Unflüssiges Chinesisch hängt mit Lernen und Talent zusammen. Hier geht es aber um die Moral- und Charakterfrage. Sie verstehen das Originalwerk nicht, tun aber so, als ob sie Experten wären. Das Übersetzen ist eine wichtige Sache, denn das Übersetzen sieht man als ein Werkzeug für die Vorstellung anderer Kulturen an, was für eine andere Nation notwendig ist. Die Begegnung mit anderen Kulturen macht eine Voraussetzung für die eigene nationale Existenz aus.
Lin schreibt über die Übersetzungen von Xu Fancheng und Xiao Gan. [Nietzsche, Friedrich]. Suluzhi yu lu [ID D18331] und [Nietzsche, Friedrich]. Zalatushitela ru shi shuo [ID D18351] :
Nietzsches Lehre wurde in der Zeit des 4. Mai von Lu Xun und Guo Moruo u.a. auszugsweise vorgestellt. Diese ganz primäre Beschäftigung war leider nicht mehr weiter vor sich gegangen, so dass der 'mit dem Hammer philosophierende' Philosoph mit seinen Ideen über das gesunde, mutige, starke und grosse Leben seit 20 Jahren keinen Einfluss auf die geistige Welt in China hatte. Ich habe zunächst die Ausgabe von Xu Fancheng gelesen, weil man sagte, dass er aus dem deutschen Originaltext übersetzt habe und dass er bei seiner Nietzsche-Forschung erfolgreich sei. Nachdem ich zu der zweiten Seite seiner Übersetzung gelangt war, hatte ich an der Übersetzung etwas auszusetzen. Etwa bei der dritten Seite wusste ich mir nicht mehr zu helfen. Als ich noch eine oder zwei Steiten weiterblätterte, wendete ich mich wütend ab. Da war mir schon bewusst, dass dieser Herr Nietzsche ganz missverstanden hat. Auch bezüglich der Übersetzungsausgabe von Xiao Gan war ich skeptisch. Tatsächlich war er wie Xu Fancheng von gleichem Schlag. Obwohl alles in chinesischer Sprache geschrieben ist, habe ich doch das Gefühl, dass alles im Schlag gesprochen ist. Ich weiss nicht, mit welcher Sprache er übersetzt hat. Mein Urteil dazu lautet : Ihr Chinesisch ist umständlich und verwirrend ; die Übersetzer verstehen den Originaltext nicht. Unflüssiges Chinesisch hängt mit Lernen und Talent zusammen. Hier geht es aber um die Moral- und Charakterfrage. Sie verstehen das Originalwerk nicht, tun aber so, als ob sie Experten wären. Das Übersetzen ist eine wichtige Sache, denn das Übersetzen sieht man als ein Werkzeug für die Vorstellung anderer Kulturen an, was für eine andere Nation notwendig ist. Die Begegnung mit anderen Kulturen macht eine Voraussetzung für die eigene nationale Existenz aus.
Erwähnte Personen (4)
Themengebiete (1)
- Philosophie › Europa › Deutschland