Jahr
1754-1755
Text
Wolff, Christian. Oeconomica methodo scientifica pertractata [ID D16614].
Michael Albrecht : An mehreren Stellen beschäftigt sich Wolff mit den Verhältnissen in China. Er behandelt, gestützt durch Stellen aus François Noël, nicht nur die Vorsorge für die Schwangeren in China, sondern auch das Problem, das Erziehungssystem mit dem Alter der Kinder zu koppeln. Er findet es zwar richtiger, die Erziehung statt dessen vom Entwicklungsstand abhängig zu machen ; die chinesische Methode sei jedoch nicht zu tadeln. Der Brautkauf in China, bei dem der Bräutigam den Brauteltern Geld zahlt, wird die Mitgift in Europa ohne Wertung gegenübergestellt. Vorrechte des Adels in Europa, bloss aufgrund der Abstammung wurzeln nicht im Naturrecht, seien aber durch positive bürgerliche Gesetze möglich, so dass dann die Einschränkung nicht-standesgemässer Eheschliessungen rechtens sei. Dem wird das chinesische Beispiel entgegengehalten : Der Kaiser pflege sich seine Frau aus dem einfachen Volks auszusuchen. Den Ehepartner solle man sich im Blick auf das eheliche Glück und nicht nach seinem Stand aussuchen. Die Chinesen haben recht, wenn sie die Tugend des Einzelnen für ausschlaggebend halten und nichts auf die Herkunft geben. Nicht die Vorrechte ihrer Geburt, sondern eine gute Erziehung sollen die Eltern ihren Kindern mitgeben. Die Chinesen hätten das erkannt : Sie verleihen den Adelstitel nur aufgrund persönlicher Verdienste.
Michael Albrecht : An mehreren Stellen beschäftigt sich Wolff mit den Verhältnissen in China. Er behandelt, gestützt durch Stellen aus François Noël, nicht nur die Vorsorge für die Schwangeren in China, sondern auch das Problem, das Erziehungssystem mit dem Alter der Kinder zu koppeln. Er findet es zwar richtiger, die Erziehung statt dessen vom Entwicklungsstand abhängig zu machen ; die chinesische Methode sei jedoch nicht zu tadeln. Der Brautkauf in China, bei dem der Bräutigam den Brauteltern Geld zahlt, wird die Mitgift in Europa ohne Wertung gegenübergestellt. Vorrechte des Adels in Europa, bloss aufgrund der Abstammung wurzeln nicht im Naturrecht, seien aber durch positive bürgerliche Gesetze möglich, so dass dann die Einschränkung nicht-standesgemässer Eheschliessungen rechtens sei. Dem wird das chinesische Beispiel entgegengehalten : Der Kaiser pflege sich seine Frau aus dem einfachen Volks auszusuchen. Den Ehepartner solle man sich im Blick auf das eheliche Glück und nicht nach seinem Stand aussuchen. Die Chinesen haben recht, wenn sie die Tugend des Einzelnen für ausschlaggebend halten und nichts auf die Herkunft geben. Nicht die Vorrechte ihrer Geburt, sondern eine gute Erziehung sollen die Eltern ihren Kindern mitgeben. Die Chinesen hätten das erkannt : Sie verleihen den Adelstitel nur aufgrund persönlicher Verdienste.
Erwähnte Personen (1)
Themengebiete (1)
- Philosophie › Europa › Deutschland