1735

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Jahr

1735

Text

Leibniz, Gottfried Wilhelm. Discours sur la théologie naturelle des Chinois [ID D16302].
Hans Poser : Leibniz bedient sich darin der Übersetzungen von Niccolò Longobardo, um anhand von ihnen zu zeigen, dass dessen Deutung der alten chinesischen Texte als atheistisch unhaltbar sei. Vielmehr findet sich nach Leibniz eine Gottesvorstellung, die gaänzlich der des Christentums entspricht. Eine Zusammenstellung der Übersetzungen zeigt : "Das Urprinzip der Chinesen heisst 'li', das bedeutet Vernunft oder Urgrund der ganzen Natur, Vernunft und allumfassende Substanz ; und, vom 'li' als 'li' gehen fünf Tugenden aus : Die Ehrfurcht, die Gerechtigkeit, die Frömmigkeit, die Weisheit und der Glaube"... "Konfuzius wie Platon haben an den Einen Gott geglaubt". Auch die Unsterblichkeit der Seele und der Gedanke eines Gottesstaates wird von Leibniz als Lehrinhalt der chinesischen Überlieferung gesehen.

Karin Yamaguchi : Leibniz versucht nachzuweisen, dass die chinesischen Lehren von der Entstehung der Welt "eine vernünftige Deutung zulassen". Dies ist seine Grundüberzeugung und nicht das Ergebnis seiner Auseinandersetzung mit den chinesischen Lehren. Seine These, die chinesische Philosophie lasse sich vernunftgemäss deuten, impliziert folgendes : Die Kenntnis der ewigen Wahrheiten ist in den chinesischen Lehren nachweisbar, zumindest werden sie nicht verletzt. Der chinesischen Philosophie liegt eine Logik zugrunde, die mit unserer Logik, der Logik der aristotelisch-scholastischen Tradition, kompatibel ist. Das Widerspruchsprinzip sowie der Satz vom zureichenden Grund finden bei den Chinesen Anwendung. Sie sind daher im Besitz der Wahrheiten der Natürlichen Religion. So können ihre Lehren dem Christentum auch nicht widersprechen, vielmehr sind die Wahrheiten der chinesischen Lehren im Christentum enthalten.

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Themengebiete (2)

  • Philosophie › China › Allgemein
  • Philosophie › Europa › Deutschland

Dokumente (1)

Jahr Bibliografische Daten Typ / Abkürzung Verknüpfte Daten
2000
Das Neueste über China : G.W. Leibnizens Novissima sinica von 1697 : Internationales Symposium, Berlin 4. bis 7. Okt. 1997. Wenchao Li, Hans Poser (Hrsg.). (Stuttgart : Steiner, 2000). (Studia…
Das Neueste über China : G.W. Leibnizens Novissima sinica von 1697 : Internationales Symposium, Berlin 4. bis 7. Okt. 1997. Wenchao Li, Hans Poser (Hrsg.). (Stuttgart : Steiner, 2000). (Studia Leibnitiana supplementa ; vol. 33). [Gottfried Wilhelm Leibniz].
S. S. 25, 224, 226
Publication / LiPos1