Jahr
1995
Text
Ding Na : Theodor Storms Beliebtheit in China hat hauptsĂ€chlich zwei GrĂŒnde. Erstens entsprach seine Thematik, z.B. Liebestragödie, Todesmotiv, Vater-Sohn-Konflikt, StandesdĂŒnkel-Problem und Isolierung einzelner fortschrittlicher Persönlichkeiten von den noch aberglĂ€ubischen Volksmassen, der sozialen Wirklicheit des damaligen Chinas. Zweitens spielt der poetische Stil von Storm eine wichtige Rolle. Darin liegt zugleich die Ursache dafĂŒr, dass Storm nach der GrĂŒndung der VR China, unter der verĂ€nderten Gesellschaftssituation, nicht nur nicht in Vergessenheit geriet, sondern eher immer mehr Leser gewann. Das chinesische Volk hat eine lange poetische Tradition. Daher findet ein Schriftsteller wie Storm mit seinem poetisch-realistischen Sinn leichten Zugang zu den chinesischen Lesern. Obwohl der Begriff âPoetischer Realismusâ den Chinesen lange nicht bekannt war, weil sie solche Autoren wie Storm, Fontane und Keller unter dem Einfluss der ehemaligen UdSSR als âkritische realistische Schriftstellerâ kennenlernten, stammt die Zuneigung der chinesischen Leser Storm gegenĂŒber gerade aus der Anziehungskraft des poetischen Realismus.
ErwÀhnte Personen (1)
Themengebiete (1)
- Literatur âș Westen âș Deutschland
Dokumente (1)
| Jahr | Bibliografische Daten | Typ / AbkĂŒrzung | VerknĂŒpfte Daten |
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| 1995 | Ding, Na. Die Rezeption deutschsprachiger Literatur in der Volksrepublik China 1949-1990. (MĂŒnchen : Ludwig-Maximilians-UniversitĂ€t, 1995). Diss. Ludwig-Maximilians-Univ., 1995. S. S. 77-78 | Publication / Din10 |
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