2000

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Jahr

2000

Text

Hsia, Adrian. Zur Lessing-Rezeption in China [ID D15208].
Bei der Lessing-Rezeption auf dem chinesischen Festland fällt auf, dass Lessing nach marxistischen Massstäben beurteilt wird. In diesem Zusammenhang handelt es sich um eine verkleinerte Reflexion des Lessing-Bildes in der DDR. Man greift auf die Meinungen russischer und DDR-deutscher Autoren zurück, um das Werk Lessings zu legitimieren. Man zitiert ebenfalls gern Engels und Franz Mehring, um Lessing ins positive Licht zu setzen. Der Mensch, der bei Lessing im Vordergrund steht, wird nur in seiner Klassenzugehörigkeit wahrgenommen. Aus diesem Grund ist wahrscheinlich Nathan der Weise noch nicht übersetzt worden, weil Nathan eine versöhnende Haltung einnimmt. Es ist ebenfalls bezeichnend, dass die Menschlichkeit, die in einer sozialistischen Rezeption, in der die Diktatur des Proletariats noch die vorherrschende Ideologie darstellt, verschwiegen wird. Nach der Übersetzung der „Ringparabel“, wird der Toleranzgedanke, wenn auch sehr wage, positiv bewertet. Nach der Auflösung der DDR bleibt die Lessing-Rezeption zwar immer noch DDR-orientiert, doch bundesdeutsche Kritiker werden nicht mehr gänzlich ignoriert.

Erwähnte Personen (2)

Themengebiete (1)

  • Literatur › Westen › Deutschland

Dokumente (1)

Jahr Bibliografische Daten Typ / Abkürzung Verknüpfte Daten
2000 Hsia, Adrian. Zur Lessing-Rezeption in China. In : Lessing yearbook ; vol. 32 (2000). S. S. 240 Publication / Hsia15