Jahr
1940
Text
Löhndorff, Ernst Friedrich. Yangtsekiang [ID D13216].Zhang Zhenhuan : Der Roman spielt in den 1930er Jahren in China. Die Hauptperson ist der deutsche Ingenieur Wendt.Löhndorff beginnt mit den Worten : So gelb wie die Haut der rĂ€tselhaft lĂ€chelnden, geduldigen Menschen. Gelb wie die Gegend, die der Yangtsekiang durchfliesst ! Gelb wie die PrachtgewĂ€nder der alten Mandschukaiser. So gelb wie die Segel und das Holz der Dschunken. Gelb wie die unermesslichen SĂŒmpfe und Seen. Not und Tod, Zwist und Verzweiflung bedrohen diese gelben Menschen, aber fast immer lĂ€cheln sie. Warten sie und lĂ€cheln, lĂ€chelnâŠDie Person Wendt erfĂ€hrt, dass diese ewig lĂ€chelnden und stets höflichen Chinesen unzĂ€hlige gute und bewundernswerte CharakterzĂŒge besitzen, aber auch, dass die Moral Chinas von der westlichen so verschieden ist wie Tag und Nacht : âWir EuropĂ€er werden nie China verstehen, aber ihr Chinesen versteht uns auch nichtâ.Löhndorff schreibt : âChina, das Land der guten, segenspendenden Drachen und der höflichen, geduldigen, leidenden und immer lĂ€chelnden Menschen ! China, das Land, das ihr EuropĂ€er mit euerer Kultur und mit eurem Handel nie erobern werdet, wenn ihr es euch auch einbildet ! China ist China !Zum lĂ€chelnden Chinesen wird auch das Bild des geduldigen Chinesen gezeigt, der die asiatische, alles hinnehmende, nie verwzeifelnde Gelassenheit hat : âDie Geduld des Chinesen ist zwar bewundernswert und schier unendlich, aber in gewissen Dingen reisst sie sehr bald. Und die Hast und Grobheit Europas empfindet jeder Chinese schmerzlich und handelt danach, imdem er den weissen Teufel einfach lĂ€chelnd ignoriert oder ihn lĂ€chelnd in die Irre schicktâ.Löhndoff beschreibt auch die Grausamkeit, die zu einem Chinabild jener Zeit gehört. Löhndorff will das Chinabild korrigieren, verbreitet aber andere stereotype Ansichten. Das alte China ist bezaubernd und mĂ€rchenhaft, aber erstarrt und greisenhaft. Dagegen ist das junge China abstossend, chaotisch und unheimlich. Er weist auf aufâŠ
Löhndorff, Ernst Friedrich. Yangtsekiang [ID D13216].
Zhang Zhenhuan : Der Roman spielt in den 1930er Jahren in China. Die Hauptperson ist der deutsche Ingenieur Wendt.
Löhndorff beginnt mit den Worten : So gelb wie die Haut der rĂ€tselhaft lĂ€chelnden, geduldigen Menschen. Gelb wie die Gegend, die der Yangtsekiang durchfliesst ! Gelb wie die PrachtgewĂ€nder der alten Mandschukaiser. So gelb wie die Segel und das Holz der Dschunken. Gelb wie die unermesslichen SĂŒmpfe und Seen. Not und Tod, Zwist und Verzweiflung bedrohen diese gelben Menschen, aber fast immer lĂ€cheln sie. Warten sie und lĂ€cheln, lĂ€chelnâŠ
Die Person Wendt erfĂ€hrt, dass diese ewig lĂ€chelnden und stets höflichen Chinesen unzĂ€hlige gute und bewundernswerte CharakterzĂŒge besitzen, aber auch, dass die Moral Chinas von der westlichen so verschieden ist wie Tag und Nacht : âWir EuropĂ€er werden nie China verstehen, aber ihr Chinesen versteht uns auch nichtâ.
Löhndorff schreibt : âChina, das Land der guten, segenspendenden Drachen und der höflichen, geduldigen, leidenden und immer lĂ€chelnden Menschen ! China, das Land, das ihr EuropĂ€er mit euerer Kultur und mit eurem Handel nie erobern werdet, wenn ihr es euch auch einbildet ! China ist China !
Zum lĂ€chelnden Chinesen wird auch das Bild des geduldigen Chinesen gezeigt, der die asiatische, alles hinnehmende, nie verwzeifelnde Gelassenheit hat : âDie Geduld des Chinesen ist zwar bewundernswert und schier unendlich, aber in gewissen Dingen reisst sie sehr bald. Und die Hast und Grobheit Europas empfindet jeder Chinese schmerzlich und handelt danach, imdem er den weissen Teufel einfach lĂ€chelnd ignoriert oder ihn lĂ€chelnd in die Irre schicktâ.
Löhndoff beschreibt auch die Grausamkeit, die zu einem Chinabild jener Zeit gehört. Löhndorff will das Chinabild korrigieren, verbreitet aber andere stereotype Ansichten. Das alte China ist bezaubernd und mÀrchenhaft, aber erstarrt und greisenhaft. Dagegen ist das junge China abstossend, chaotisch und unheimlich. Er weist auf auf die MoralschwÀche der EnglÀnder hin, die die Chinesen mit dem Opium verdorben haben und hebt die StÀrke Deutschlands in allen Aspekten hervor.
Zhang Zhenhuan : Der Roman spielt in den 1930er Jahren in China. Die Hauptperson ist der deutsche Ingenieur Wendt.
Löhndorff beginnt mit den Worten : So gelb wie die Haut der rĂ€tselhaft lĂ€chelnden, geduldigen Menschen. Gelb wie die Gegend, die der Yangtsekiang durchfliesst ! Gelb wie die PrachtgewĂ€nder der alten Mandschukaiser. So gelb wie die Segel und das Holz der Dschunken. Gelb wie die unermesslichen SĂŒmpfe und Seen. Not und Tod, Zwist und Verzweiflung bedrohen diese gelben Menschen, aber fast immer lĂ€cheln sie. Warten sie und lĂ€cheln, lĂ€chelnâŠ
Die Person Wendt erfĂ€hrt, dass diese ewig lĂ€chelnden und stets höflichen Chinesen unzĂ€hlige gute und bewundernswerte CharakterzĂŒge besitzen, aber auch, dass die Moral Chinas von der westlichen so verschieden ist wie Tag und Nacht : âWir EuropĂ€er werden nie China verstehen, aber ihr Chinesen versteht uns auch nichtâ.
Löhndorff schreibt : âChina, das Land der guten, segenspendenden Drachen und der höflichen, geduldigen, leidenden und immer lĂ€chelnden Menschen ! China, das Land, das ihr EuropĂ€er mit euerer Kultur und mit eurem Handel nie erobern werdet, wenn ihr es euch auch einbildet ! China ist China !
Zum lĂ€chelnden Chinesen wird auch das Bild des geduldigen Chinesen gezeigt, der die asiatische, alles hinnehmende, nie verwzeifelnde Gelassenheit hat : âDie Geduld des Chinesen ist zwar bewundernswert und schier unendlich, aber in gewissen Dingen reisst sie sehr bald. Und die Hast und Grobheit Europas empfindet jeder Chinese schmerzlich und handelt danach, imdem er den weissen Teufel einfach lĂ€chelnd ignoriert oder ihn lĂ€chelnd in die Irre schicktâ.
Löhndoff beschreibt auch die Grausamkeit, die zu einem Chinabild jener Zeit gehört. Löhndorff will das Chinabild korrigieren, verbreitet aber andere stereotype Ansichten. Das alte China ist bezaubernd und mÀrchenhaft, aber erstarrt und greisenhaft. Dagegen ist das junge China abstossend, chaotisch und unheimlich. Er weist auf auf die MoralschwÀche der EnglÀnder hin, die die Chinesen mit dem Opium verdorben haben und hebt die StÀrke Deutschlands in allen Aspekten hervor.
ErwÀhnte Personen (1)
Themengebiete (2)
- Literatur âș Westen âș China als Thema
- Literatur âș Westen âș Deutschland
Dokumente (1)
| Jahr | Bibliografische Daten | Typ / AbkĂŒrzung | VerknĂŒpfte Daten |
|---|---|---|---|
| 1992 |
Zhang, Zhenhuan. China als Wunsch und Vorstellung : eine Untersuchung der China- und Chinesenbilder in der deutschen Unterhaltungsliteratur 1890-1945. (Regensburg : S. Roderer, 1993). (Theorie undâŠ
S. S. 223-236
Zhang, Zhenhuan. China als Wunsch und Vorstellung : eine Untersuchung der China- und Chinesenbilder in der deutschen Unterhaltungsliteratur 1890-1945. (Regensburg : S. Roderer, 1993). (Theorie und Forschung ; Bd. 241. Literaturwissenschaft ; Bd. 14). Diss. Univ. Heidelberg, 1992.
|
Publication / ZhaZ3 |
|