Jahr
1901
Text
Armand von Schweiger-Lerchenfeld. Der Chinese und chinesisches Leben [ID D2671].
Er schreibt : In erster Linie entscheidend für chinesisches Wesen ist der mongolische Grundcharakter : Kindlichkeit, Naivität, Sanftmut. Das Agressive, Impulsive fehlt diesem Volk gänzlich. Heldengestalten, grosse Männer der That, sind äusserst dünn gesäet... In der That ist der Grunzug seines Wesens ein an völlige Entäusserung grenzender Sinn für das Praktische, Nützlich, absolut Notwendige. Sich für Dinge zu interessieren, welche ausserhalb der täglichen Lebensbedürfnisse stehen, hält der Chinese für die denkbar grösste Thorheit. Deshalb fehlt ihm jeder Sinn für das Ideale ; sein Leben ist vielmehr sozusagen nach innen gekehrt, woraus sich eine gewisse Vertiefung in das Einheimische, in das Herkommen erklärt, was andererseits zur Folge hat, dass dem Sohne des Reiches der Mitte alles Fremdländische im Grunde seiner Seele verhasst ist. Dieses Insichkonzentrieren benimmt dem Chinesen jede Initiative und prägt seinem Thun und Lassen jene sprichwörtlich gewordene Nüchternheit auf, welche das hervorragende Typische am chinesischen Charakter ist. Geistige Regsamkeit lässt sich bei solcher Sachlage naturgemäss nicht erwarten... Dass im Hinblick auf eine Kultur, welche seit undenklichen Zeiten im Zustand der Stagnation sich befindet, geistige Fähigkeiten sich nur schwer entwickeln können, liegt auf der Hand.
Er schreibt : In erster Linie entscheidend für chinesisches Wesen ist der mongolische Grundcharakter : Kindlichkeit, Naivität, Sanftmut. Das Agressive, Impulsive fehlt diesem Volk gänzlich. Heldengestalten, grosse Männer der That, sind äusserst dünn gesäet... In der That ist der Grunzug seines Wesens ein an völlige Entäusserung grenzender Sinn für das Praktische, Nützlich, absolut Notwendige. Sich für Dinge zu interessieren, welche ausserhalb der täglichen Lebensbedürfnisse stehen, hält der Chinese für die denkbar grösste Thorheit. Deshalb fehlt ihm jeder Sinn für das Ideale ; sein Leben ist vielmehr sozusagen nach innen gekehrt, woraus sich eine gewisse Vertiefung in das Einheimische, in das Herkommen erklärt, was andererseits zur Folge hat, dass dem Sohne des Reiches der Mitte alles Fremdländische im Grunde seiner Seele verhasst ist. Dieses Insichkonzentrieren benimmt dem Chinesen jede Initiative und prägt seinem Thun und Lassen jene sprichwörtlich gewordene Nüchternheit auf, welche das hervorragende Typische am chinesischen Charakter ist. Geistige Regsamkeit lässt sich bei solcher Sachlage naturgemäss nicht erwarten... Dass im Hinblick auf eine Kultur, welche seit undenklichen Zeiten im Zustand der Stagnation sich befindet, geistige Fähigkeiten sich nur schwer entwickeln können, liegt auf der Hand.
Erwähnte Personen (1)
Themengebiete (2)
- Ethnologie und Anthropologie
- Literatur › Westen › Deutschland