Jahr
1910
Text
Han Ruixin : Kung-futse. Gespräche (Lun yü) [ID D1581] in der Übersetzung von Richard Wilhelm ist die erste vollständige deutsche Übersetzung, die mit ausführlichen Erläuterungen versehen ist und sich auf chinesische Kommentare, wie auch auf europäische Übersetzungen und Darstellungen stützt. Erst mit dieser Übersetzung beginnt in Europa eine positive Beurteilung von Konfuzius. In der Einführung betrachtet Wilhelm Konfuzius im Zusammenhang des Lebens der Chinesen. In der Zhou-Dynastie sieht er die Idee vom natürlichen Familienkörper in aller Vielfalt verwirklicht und das Pietätsprinzip als moralisches Grundverhältnis des Gesellschaftsorganismus der Zeit herausgebildet. Ebenso werden die reich ausgestalteten konfuzianischen sittlichen Normen und Zeremonien als eine notwendige Lebensordnung angesehen, die aus der Lebensweisheit und –praxis der Vorfahren hervorgegangen ist. Darum sei nichts verkehrter, als aus der Gewissenhaftigkeit, mit welcher er auch die äussere Form beachtete, ihm den Vorwurf des leeren Formalismus zu machen.
Erwähnte Personen (1)
Themengebiete (1)
- Philosophie › China › Taoismus