Jahr
1937
Text
Albert Ehrenstein schreibt : Meine Auswanderung nach China hatte ihre Ursache in einer unglücklichen Liebe, die mich für längere Zeit vor der Wirklichkeit fliehen liess - ohne alle östlichen Tendenz.
Li Changke : Bei Ehrenstein mag Liebeskummer als Hintergrund für dessen Hinwendung zu China von nur äusserer Natur gewesen sein. So sieht man heute in der Zuwendung des Dichters zu China zum Beispiel einen "poetischen Selbstrettungsversuch" des in einer künstlerischen Krise befindlichen, um Anerkennung kämpfenden Schriftsteller, oder man interpretiert sie als einen Versuch Ehrensteins, "in der chinesischen Mimikry die völlige Assimilation herbeizuführen", da das Chinesentum noch mehr als die religiös tolerante Antike, zu der sich der Dichter ebenfalls hingzogen gefühlt habe, in der Lage sei, "die Leiden der Vereinzelung und Isolation auszulöschen oder besser, sie angesichts des Fortbestandes seiner uralten Kultur zu relativieren". Ein Zeitgenosse begründete das Chinainteresse Ehrensteins primär politisch : Gegen Ende der zwanziger Jahre zerplatzte die Hoffnung des Dichters auf eine Revolution in Deutschland. Infolgedessen wandte er sich vom Heimatland ab und China zu, das gerade im Umbruch begriffen war und Revolution und Sozialisierung versprach.
Li Changke : Bei Ehrenstein mag Liebeskummer als Hintergrund für dessen Hinwendung zu China von nur äusserer Natur gewesen sein. So sieht man heute in der Zuwendung des Dichters zu China zum Beispiel einen "poetischen Selbstrettungsversuch" des in einer künstlerischen Krise befindlichen, um Anerkennung kämpfenden Schriftsteller, oder man interpretiert sie als einen Versuch Ehrensteins, "in der chinesischen Mimikry die völlige Assimilation herbeizuführen", da das Chinesentum noch mehr als die religiös tolerante Antike, zu der sich der Dichter ebenfalls hingzogen gefühlt habe, in der Lage sei, "die Leiden der Vereinzelung und Isolation auszulöschen oder besser, sie angesichts des Fortbestandes seiner uralten Kultur zu relativieren". Ein Zeitgenosse begründete das Chinainteresse Ehrensteins primär politisch : Gegen Ende der zwanziger Jahre zerplatzte die Hoffnung des Dichters auf eine Revolution in Deutschland. Infolgedessen wandte er sich vom Heimatland ab und China zu, das gerade im Umbruch begriffen war und Revolution und Sozialisierung versprach.
Erwähnte Personen (1)
Themengebiete (1)
- Literatur › Westen › Österreich
Dokumente (2)
| Jahr | Bibliografische Daten | Typ / Abkürzung | Verknüpfte Daten |
|---|---|---|---|
| 1992 | Li, Changke. Der China-Roman in der deutschen Literatur 1890-1930 : Tendenzen und Aspekte. (Regensburg : S. Roderer, 1992). (Theorie und Forschung ; Bd. 209. Literaturwissenschaft ; Bd. 12). S. S. 177-178 | Publication / LiC1 |
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| 1993 |
Ma, Jia. Döblin und China : Untersuchung zu Döblins Rezeption des chinesischen Denkens und seiner literarischen Darstellung Chinas in "Drei Sprünge des Wang-lun". (Frankfurt a.M. : P. Lang, 1993).…
S. S. 27
Ma, Jia. Döblin und China : Untersuchung zu Döblins Rezeption des chinesischen Denkens und seiner literarischen Darstellung Chinas in "Drei Sprünge des Wang-lun". (Frankfurt a.M. : P. Lang, 1993). (Europäische Hochschulschriften ; Reihe 1. Deutsche Sprache und Literatur : Bd. 1394). Diss. Univ. Karlsruhe, 1992.
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Publication / Döb1 |
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